Bericht und Vorlage
Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten
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Grundzüge der Vorlage
Die Qualität der Landschaft verändert sich langsam. Obwohl es keine flächendeckenden Erhebungen gibt, liegen doch für einzelne Landschaftstypen Untersuchungen vor. So konnte beispielsweise für die Wytweiden des Juras ein Verlust der mosaikartigen Struktur von Wald und Grünland festgestellt werden. Neben den traditionellen Kulturlandschaften spielen für die Erholung der Bevölkerung auch diejenigen in der Nähe der Agglomerationen eine wichtige Rolle. Diese Landschaften stehen insbesondere aufgrund der Siedlungsentwicklung unter Druck. Insgesamt hat sich die Vielfalt und Qualität der Kulturlandschaft in den vergangenen Jahren verschlechtert, was auf die Mobilität und die damit zusammenhängende Siedlungsentwicklung, aber auch auf die veränderte landwirtschaftliche Nutzung zurückzuführen ist.
1.2.2.2.4 Dezentrale Besiedlung
Aufgrund der dezentralen Produktionsstruktur und der engen Verflechtung mit den vor- und nachgelagerten Betrieben leistet die Landwirtschaft einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur dezentralen Besiedlung. Die Landwirtschaft trägt gemäss einer ETH-Studie49 in rund 12 Prozent der Schweizer Gemeinden massgeblich zur Besiedlung bei. Aufgrund des Strukturwandels und dem damit verbundenen Rückgang der in der Landwirtschaft beschäftigten Personen nimmt der Beitrag der Landwirtschaft tendenziell ab. Die Landwirtschaft kann die dezentrale Besiedlung nicht alleine sicherstellen und ist auf eine funktionierende Wirtschaft im ländlichen Raum (Nebenerwerbsmöglichkeiten) sowie grundlegende Infrastrukturen angewiesen. Die Entwicklung in den verschiedenen IHG-Regionen zeigt, dass in den Jahren 2005- 2008 nur wenige Gebiete jährlich ein halbes Prozent oder mehr der Wohnbevölkerung verloren haben. Am stärksten von der Abwanderung betroffen sind das Kandertal, das Glarner Hinterland-Semftal, das Goms und das Val-de-Travers (Abbildung 8). Mit der Agrarpolitik und insbesondere den Massnahmen zu Gunsten des Berggebiets im Bereich der Direktzahlungen und der Strukturverbesserungen unterstützt der Bund indirekt die dezentrale Besiedlung, ohne ein konkretes Besiedlungsziel zu verfolgen. Da auch die politische Einschätzung der betroffenen Gebiete mit einbezogen werden muss, sollen in erster Linie die Kantone beurteilen, ob sich in einem bestimmten Gebiet die Besiedlung in unerwünschter Weise entwickelt.
49 Rieder P. Buchli S. und Kopainsky B. (2004): Erfüllung des Verfassungsauftrags durch die Landwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung ihres Beitrags zur dezentralen Besiedlung. Zürich.