Bericht und Vorlage
Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten
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Grundzüge der Vorlage
pen grösser als langfristig das Grössenwachstum zusätzlich mit sich bringt. Je nach Betriebstyp weist die Studie kurz- bis mittelfristig ein Effizienzverbesserungspotenzial zwischen 2 und 13 Prozent in der Talregion, zwischen 3 und 15 Prozent in der Hügelregion und zwischen 4 und 13 Prozent in der Bergregion aus. Das gewichtete Mittel beträgt 6 Prozent (50 % Beste) bzw. 10 Prozent (25 % Beste). Das langfristige Effizienzverbesserungspotenzial liegt um 2 bis 4 Prozentpunkte höher. Ausgehend von den Effizienzwerten eines Betriebs kann berechnet werden, um welchen Betrag ein Betrieb - bei konstantem Output - seinen Input reduzieren könnte, wenn er gleich effizient wäre wie die Benchmarkbetriebe. Daraus lässt sich für den gesamten Sektor ein monetäres Effizienzverbesserungspotenzial hochrechnen. Wenn beispielsweise alle Betriebe das Effizienzniveau der 50 Prozent Besten erreichen, beträgt das Effizienzverbesserungspotenzial rund 700 Millionen Franken. Diese Summe ist ein theoretischer Wert. Auf der einen Seite wird das Potenzial überschätzt, weil mit der Berechnungsmethode die unterschiedlichen natürlichen Voraussetzungen der einzelnen Betriebe nicht vollständig berücksichtigt werden. Auf der anderen Seite ist damit zu rechnen, dass alle Betriebe, auch die Benchmarkbetriebe, sich im Zeitablauf verbessern und so ebenfalls zu einer Effizienzsteigerung beitragen werden.
Vergleich mit dem Ausland
Eine Studie der ART54 vergleicht die Produktivität der Schweizer Talbetriebe mit dem klimatisch und topografisch ähnlichen Baden-Württemberg. Die Schweizer Daten beruhen auf der Zentralen Auswertung, diejenige aus Baden-Württemberg auf solchen des Informationsnetzes landwirtschaftlicher Buchhaltungen der EU (INLB). Um den agrarpolitischen Unterschieden Rechnung zu tragen, wurden die badenwürttembergischen Buchhaltungszahlen an die Schweizer Preis- und Direktzahlungsverhältnisse angepasst. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schweizer Landwirtschaft ein Potenzial zur Verbesserung der Produktivität hat. Bezüglich Globalproduktivität (Leistung/Kosten inkl. kalkulatorische Entschädigung für eigene Arbeit und Eigenkapital) können die besten 17 Prozent der Schweizer Talbetriebe mit Baden-Württemberg mithalten, bei der Nettoarbeitsproduktivität (Betriebseinkommen pro Jahresarbeitseinheit) ist es rund ein Viertel.
Zusammenfassend zeigt die Analyse, dass die Landwirtschaft ihre Leistungsfähigkeit wesentlich gesteigert hat. Die Verbesserung ist nicht nur das Ergebnis des betrieblichen Wachstums, auch pro ha und vor allem pro Arbeitskraft konnte die Leistung gesteigert werden (vgl. Ziff. 1.2.2.1). Mit der Leistung sind auch die Kosten angestiegen. Das Verhältnis zwischen den beiden Grössen hat sich in der Betrachtungsperiode leicht verschlechtert. Bezüglich Produktivität zeigen die zwei Studien, dass noch ein Verbesserungspotenzial vorhanden ist.
54 Schmid D. (2009): Schweiz - Baden-Württemberg: ein Produktivitätsvergleich. Agrarforschung, 16(4), 118-123.