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Vernehmlassung 2010/28: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2012-2015 (Kulturbotschaft) · 94 Seiten
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Go digital! – Digitale Kunst und Kultur im 21. Jahrhundert
Die fundamentalste Umwälzung, welche die Kultur erreicht hat, ist die Digitalisierung (Ziff. 1.2.3). Was sich abzeichnet, ist ein post-institutionelles Zeitalter mit globalen Vertriebssystemen, die wiederum Tausende von Nischen für neue Formen von Kreativität bieten. Der Zugang ist denkbar einfach – wenn das entsprechende qualitative Angebot vorliegt. Zugang meint dabei auch die Chance, selber künstlerisch tätig zu werden; die digitalen Instrumente sind überall verfügbar, günstig – und eröffnen neue Berufsbilder.
Im Schatten der klassischen Kulturformen hat sich die erste rein digitale Kulturform entwickelt: das Computerspiel. Die Recherchen für das Programm «GameCulture» zeigen, dass Hälfte der Schweizer Bevölkerung regelmässig spielt, bei den Menschen unter 25 Jahren verdrängt es Schritt für Schritt das Fernsehen. Heute ist klar, dass sich das Genre wie jedes neue Medium in Richtung Gehalt, Vielfalt und künstlerischen Anspruch entwickelt. Mehr noch, es hat sich die zentrale Position als Raum der vielfältigsten Utopien und Phantasien gesichert, in welchem der Konsument – der Nutzer – die Schlüsselrolle spielt. Damit übernehmen Computerspiele eine der ganz grossen Aufgaben der Kunst. Will die Schweiz den Anschluss an die Zukunft bewahren, müssen Kultur- und Wirtschaftsförderung gemeinsam bei der digitalen Kultur ansetzen und deren enorme Energien in positive Kanäle lenken.
Mit dem Schwerpunkt «Go digital! – Kunst und Kultur im 21. Jahrhundert» will die Stiftung die Grundlagen, die sie mit dem Programm «GameCulture» gelegt hat, vertiefen und nutzen, um mehr Konsumenten mit intelligenter Kultur in Berührung zu bringen. Weiter geht es darum, die Entstehung künstlerisch wertvoller Computerspiele zu fördern sowie die digitale Kreation in den visuellen Künsten, in der Musik und im Design zu ermutigen und einer multimedialen Literatur auf die Beine zu verhelfen. Theater und Tanz werden digitale Hilfsmittel für die Vermittlung benutzen, genauso wie die Museen, für die ein spielerischer Zugang zu Stoffen und Sammlungen ein alter Wunsch ist. Gleichzeitig benötigen die Kulturschaffenden neue Plattformen, auf denen sie sich darstellen können (z. B. ein Musikinformationszentrum Schweiz), und die Pro Helvetia für die internationale Promotion und Informationstätigkeit nutzen kann.
Bei «Go digital!» geht es darum, die aktuelle Dynamik zu nutzen, um
– Fördermodelle für künstlerisch anspruchsvolle Computerspiele zu entwickeln;
– die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kultursektor zu stärken;
– das digitale Schaffen in allen Künsten zu fördern;
– das Internet vermehrt als Promotionskanal zu nutzen.
«Go digital!» ist nichts anderes als der Titel für alle Anstrengungen, die Kulturförderung auf die Zukunft auszurichten.
Soyons divers! – Kulturelle Vielfalt
Das BAK wird ab 2012 das immaterielle Kulturerbe in beispielhaften Ausschnitten inventarisieren. Pro Helvetia will – ganz im Sinne der Kulturbotschaft von 1938, die besagte, dass Neuschöpfung die beste Erhaltung sei – Künstler und Organisationen motivieren, sich an der künstlerischen Ausgestaltung regionaler Besonderheiten zu beteiligen und damit kulturelle Vielfalt zu praktizieren. Kultur ist nicht nur, was uns