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Vernehmlassung 2010/28: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2012-2015 (Kulturbotschaft) · 94 Seiten
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Künftig ist Pro Helvetia auch für die Biennalen verantwortlich, in erster Linie Venedig (Kunst und Architektur), daneben New Delhi und Kairo. In die Zuständigkeit der Stiftung fällt auch der Auftritt von Schweizer Verlegern an internationalen Buchmessen. Auftritte an Biennalen wie Buchmessen sind klar umrissene und in ihrer Nützlichkeit unbestrittene Massnahmen, welche die Stiftung weiter entwickeln will.
Der internationale Kulturaustausch erreicht jedes Jahr etwa hundert Länder rund um den Globus; naturgemäss liegt das Hauptgewicht dabei in Europa. In jeder Finanzierungsperiode setzt die Stiftung einen geographischen Schwerpunkt, um die kulturellen Beziehungen mit der entsprechenden Region zu vertiefen (oder überhaupt erst aufzubauen). Von 2008 bis 2011 ist es Asien. Auslöser war die Verschiebung der politischen und kulturellen Gewichte in Richtung Osten, die eine wachsende Zahl von Unterstützungsanfragen für Projekte in Japan, China und Indien mit sich brachte. Die Verbindungsbüros in Indien und China halten den Dialog mit den Gastländern aufrecht und leisten die für das Gelingen anspruchsvoller Austauschprojekte unabdingbare Unterstützung für Schweizer Kunstschaffende, lokale Institutionen und die Schweizer Botschaften.
Auf dem kulturellen Radar ist mittlerweile Russland in den Vordergrund gerückt. Es bildet die Brücke zwischen Europa und Asien und war die Wiege der künstlerischen Moderne. Nach wie vor verfügt es über enorme kulturelle Ressourcen. Die Schweizer Kunstschaffenden unterhalten vielfältige Kontakte in die Metropolen Russlands. Russland befindet sich in einem tiefgreifenden rechtsstaatlichen Umbruch, welcher nach Austausch mit dem Ausland, nach Anregung und Diskussion ruft. Pro Helvetia will die Chance nutzen und Partner in Russland orten und Projekte zwischen Kulturinstitutionen von hier und dort anregen. Am Ende des Russlandengagements steht die Eröffnung eines Verbindungsbüros in Moskau. Es wird das Büro in Warschau ablösen.
Kulturinformation und Promotion
Die Schweiz und ihre Kunstschaffenden sehen sich global harter Konkurrenz ausgesetzt. Alle entwickelten Länder kämpfen auf der internationalen Bühne mittels Kultur um Aufmerksamkeit und Wohlwollen. Deshalb ist die staatliche Unterstützung des Kulturaustauschs unerlässlich. Mit Finanzen allein ist es nicht gemacht. Es braucht Instrumente wie Verbindungsbüros und Programme – und es braucht Informationen über die Kultur in der Schweiz, über Kunstschaffende, ihre Werke und Projekte, die Grundlagen unserer Kultur. Deshalb publiziert Pro Helvetia das Kulturmagazin «Passagen» in drei Sprachen sowie ständig aktualisierte Promotionsmittel wie Musiksampler, Cahiers d’Artistes, Tanz-DVDs, «Compass» und anderes.
Massnahmen im Rahmen der transversalen Themen des Bundes
Seit 30 Jahren setzt die Stiftung rund 10 Prozent ihres Budgets für neue Herausforderungen ein. Damit kann sie fokussiert agieren und überprüfbare Wirkungen erzielen. Im Rahmen eines solchen Schwerpunktes wurde z. B. das Programm «echos – Volkskultur für morgen» umgesetzt, der Vorläufer der heutigen Volkskulturwelle. In der nächsten Periode will die Stiftung durch folgende zwei Projekte einen Beitrag zu den transversalen Themen des Bundes leisten:.