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Vernehmlassung 2010/28: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2012-2015 (Kulturbotschaft) · 94 Seiten

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Programme (z. B. «echos – Volkskultur für morgen», 2006–2008, «Ménage – Politik und Kultur zu Tisch», 2009–2011, «GameCulture» 2010–2012) erwiesen. Solche Rahmenprojekte vereinen Akteure aus dem ganzen Land zum Gedankenaustausch, zum kulturellen Vergleich und zu gemeinsamen Projekten. Sie schaffen Brennpunkte der kulturpolitischen Diskussion und machen kulturelle wie soziale Differenzen – und somit Vielfalt – in der Gesellschaft wie in der Kunst sichtbar.

Mit Fokussierung auf den kulturellen Brückenbau werden die bisherigen Mittel ausreichen, um ab 2012 jährlich 200 bis 300 Projekte des Inlandaustauschs zu unterstützen. Mit Blick auf die Priorisierung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt (Art. 8 Bst. b KFG) werden Literatur- und Übersetzungsförderung sowie die Unterstützung traditionellen Kulturschaffens (Volkskultur) darin einen angemessenen Platz einnehmen.

Unter Inlandaustausch subsumiert Pro Helvetia auch ein kulturpolitisches Pilotprojekt: Zum Zwecke der Förderung des Tanzes haben sich Städte, Kantone und Bund (BAK und Pro Helvetia) 2008 erstmals auf ein landesweites Modell geeinigt, welches die gemeinsame Unterstützung herausragender Compagnies sowie, unter dem Titel «Tanznetzwerk (reso)», ein landesweites Netzwerk der Vermittlung, der Koproduktion sowie der Professionalisierung des Tanzbereichs sichert. Dieses Modell wird ab 2012 als dauerhafte Einrichtung betrieben.

Kulturaustausch mit dem Ausland

Was das Ausland angeht, richtet sich die Stiftung generell an der Nachfrage seitens qualifizierter Veranstalter aus. Sie nutzt dabei drei Instrumente: Länderprogramme, Aussenstellen, Gesuche. So kommen jedes Jahr über tausend Ausstellungen, Tourneen, Festivalteilnahmen, Kongresse, Übersetzungen von Schweizer Literatur und kulturhistorische Forschungsprojekte zu Schweizer Themen zustande, und das immer in Partnerschaft mit Kultureinrichtungen.

Gesuche um Unterstützung sind universell und eröffnen prinzipiell jedem Akteur den Zugang zu Fördergeldern, wenn er sich für die Verbreitung von Kultur aus der Schweiz einsetzt. Kulturzentren stellen Kunst und Kultur aus der Schweiz vor, Verbindungsbüros hingegen initiieren in erster Linie künstlerische Zusammenarbeiten; sie pflegen die Beziehungen zu den wichtigen Kulturproduzenten ihrer Region, um sie als Produktionspartner und Mitfinanzierer zu gewinnen. Sowohl in Rom wie in Shanghai arbeitet Pro Helvetia dabei direkt mit swissnex bzw. dem SBF zusammen. Es ergeben sich Kostenvorteile und neue Projekte an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft.

Programme schliesslich spielen in der Landeskommunikation eine wichtige Rolle, indem sie für unser Land Sichtbarkeit generieren. Sie entstehen in Zusammenarbeit mit dem EDA und konzentrieren sich einerseits auf die Nachbarländer, andererseits auf Regionen, die aus politischer oder kultureller Aktualität in den Vordergrund rücken. Beispiele sind «scene: Schweiz» in Nordrhein-Westfalen 2004, «0406 Swiss Contemporary Arts in Japan», «La Belle Voisine» in Rhône-Alpes und Genf 2007, «Swiss Chinese Cultural Explorations» 2008–2010. Auf dem Plan stehen die Nachbarschaftsprogramme «Dreiländereck BaselElsassBaden» und «Lombardia-Ticino» sowie, im aussereuropäischen Kontext, die Türkei. Programme schaffen es in der Regel, ein Mehrfaches an Mitteln aus lokalen Quellen zu generieren. Etliche Programme gehen auf Anregungen der Schweizer Vertretungen im Ausland zurück.