Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/110: Bericht über die Zukunft der 2. Säule · 176 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 147Fedlex · Erläuternder Bericht
Pensionskassenstatistik weist somit lediglich etwa einen Viertel der tatsächlichen Kosten für die Vermögensverwaltung in der 2. Säule aus.
Die Kosten für die Vermögensverwaltung sind wie folgt auf die von den Forschern definierten Kategorien verteilt:
Das Kostenaggregat TER trägt über 70% (73,4%) zur Gesamtkostenbelastung der
Vermögensverwaltung bei. Am stärksten fallen dabei die alternativen Anlagen mit einem Kostenanteil von 33,2% ins Gewicht, dies trotz ihres geringen Anteils von durchschnittlich 6,4% an den gesamten Vermögensanlagen gemäss Studie. Die Gebühren im Immobilien-, Aktien- und Obligationensegment generieren 17,1%, 12,4% respektive 9,7% der gesamten Vermögensverwaltungskosten.
Die Transaktionskosten und Steuern172 (TTC) beinhalten die im Wertschriftenhandel
anfallenden Gebühren sowie inländische und ausländische Steueransprüche; die so entstehende Kostenlast beträgt total 22,2%.
Die Vermögensverwaltungskosten im weiteren Sinn (SC) beinhalten interne und externe
Aufwendungen für Fachberatung (Asset and Liability Management ALM, Asset Allocation, Manager Search), Rechtsberatung, Global Custody, Controlling & Compliance. Sie fallen mit insgesamt 4,4% nur unwesentlich ins Gewicht.
13.1.2.3 Regelmässiges Kostenupdate
Die Studie zu den Verwaltungskosten hat bemerkenswerte Resultate geliefert. Sie stellt aber, da hauptsächlich auf Daten des Jahres 2009 basierend, eine Momentaufnahme der Kosten in der Vermögensverwaltung dar. Die aufschlussreichen Resultate haben das BSV nun aber dazu veranlasst, eine jährliche Erhebung der Vermögensverwaltungskosten zu prüfen. Ein jährliches Kostenupdate wäre ein Kontrollinstrument und würde es erlauben, die Kosten im Auge zu behalten und Fortschritte aufzuzeigen. Welche Daten zu erheben sind und in welcher Form die Resultate publiziert werden sollen, wird gegenwärtig noch ausgearbeitet. Es wird zur Vergabe einer Auftragsstudie führen, um ab nächstem Jahr die aus dieser Studie hervorgegangenen Resultate aktualisieren zu können.
Nach jetzigem Stand des Konzepts und unter Vorbehalt von Anpassungen im Rahmen der Auftragsformulierung, verfolgt das Projekt der regelmässigen Datenaktualisierung folgende Zielsetzungen:
regelmässige Beobachtung der Kostenentwicklung in der Vermögensverwaltung und Analyse der Abweichungen
Vergleich der Resultate mit der vom BFS publizierten Statistik
Wirkungsanalyse rechtlicher und regulierender Massnahmen (die Studie 2013 wird beispielsweise erlauben, die Wirkungen der am 01.01.2012 in Kraft getretenen Bestimmungen der BVV 2 zu berücksichtigen)
Erweiterung der erhobenen Daten und ihrer Analysen auf zusätzliche Variablen (Rendite, Risiko, Produkttypen, Anlageformen, usw.)
Beobachtung des Marktverhaltens
Das Projekt soll auch dazu beitragen, diejenigen Bereiche zu eruieren, bei welchen Interventionen im Hinblick auf die Transparenz- und Effizienzanforderungen bezüglich Kosten notwendig sind. Es soll auch aufzeigen helfen, welche Koordination und Zusammenarbeit mit anderen Instanzen aufzubauen ist (FINMA, BFS, FER 26173, Oberaufsichtskommission, usw.).
172 Für die Stempelsteuer, vgl. die laufende Gesetzesrevision: Medienmitteilung des EFD, Bundesrat will Emissionsabgabe abschaffen und an andern Stempelabgaben festhalten, veröffentlicht am 1. Dezember 2011, in: http://www.admin.ch/aktuell/00089/index.html?lang=de&msg-id=42481.
173 Das BSV steht mit der für die Anpassung der Norm FER 26 an die neuen Bestimmungen der BVV 2 zuständigen Kommission in Kontakt.