Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2011/110: Bericht über die Zukunft der 2. Säule · 176 Seiten

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13.1.3 Administrative Verwaltungskosten

Gleichzeitig mit der Studie zu den Vermögensverwaltungskosten wurde auch ein Forschungsprojekt zu den administrativen Verwaltungskosten lanciert, denn eine bessere Kenntnis der Kosten schafft Transparenz über die Auswirkungen der Aufgaben, die im Rahmen der Durchführung der 2. Säule für die verschiedenen Akteure des Systems anfallen. Transparenz ist eine Bedingung, um weitere Überlegungen zur Reduktion der Kosten oder zur Vereinfachung des Systems zu machen.

Gegenstand der Studie war der allgemeine Verwaltungsaufwand, der im Rahmen der 2. Säule bei Vorsorgeeinrichtungen und Unternehmen anfällt. Die Idee des Projektes wurde 2009 aus folgenden 3 Hauptgründen entwickelt:

1. Die zweite Säule verursacht nicht vernachlässigbare Verwaltungskosten bei den

Vorsorgeeinrichtungen und den Unternehmen.

2. Die statistischen Jahresberichte erlauben kein Gesamt- und Detailbild der allgemeinen

Verwaltungskosten und somit keine Transparenz über die Kosten für Aufgaben (z.B. Daten- und Kontenführung für Versicherte) und Ereignisse (z.B. Abwicklung eines Invaliditätsfalles).

3. Das Regulierungskostenmodell (RKM), welches beim Seco entwickelt wird, ist ein

interessantes Instrument, um Kostentransparenz auch in der 2. Säule zu schaffen. Mit diesem werden die Kosten von gesetzlichen Handlungspflichten geschätzt, welche die sogenannten Normadressaten – im vorliegenden Fall sind das Vorsorgeeinrichtungen und Unternehmen – ausführen müssen.

Auf diesem Hintergrund und im Hinblick auf den vorliegenden Bericht wurde diese Studie in Zusammenarbeit mit dem Seco durchgeführt.

13.1.3.1 Die Methode

Die Studie wurde nach folgenden Etappen abgewickelt :

1. Analyse der wichtigsten Aufgaben und Ereignisse, welche Verwaltungskosten in der 2.

Säule generieren.

o Eine Aufgabe umfasst eine oder mehrere einmalige oder wiederkehrende Tätigkeit/en, welche eine Vorsorgeeinrichtung bzw. ein Unternehmen ausführen muss, um ihren selbstdefinierten Organisationszweck und ihre gesetzlich auferlegten Pflichten verantwortlich zu erfüllen (z.B. Daten- und individuelle Kontenführung, Informationen und Auskünfte an aktive Versicherte, etc.).

o Ein Ereignis ist ein vordefiniertes beobachtbares Geschehen im Leben der Versicherten, deren Verarbeitung die Ausführung bestimmter Verwaltungstätigkeiten im Unternehmen und in der Vorsorgeeinrichtung verlangt (z.B. Eintritt in die Vorsorgeeinrichtung bzw. Unternehmung, Eheschliessung usw.). Der Aufwand der Bearbeitung sämtlicher Ereignisse in einer bestimmten Periode ist eine Teilmenge des Gesamtaufwandes für die Erfüllung der Aufgaben in derselben Periode.

2. Analyse der gesetzlichen Richtlinien der 2. Säule, welche Handlungspflichten für

Vorsorgeeinrichtungen und Unternehmen nach sich ziehen.

3. Aufgrund der definierten Handlungspflichten sollen die aus diesen Handlungspflichten

resultierenden Kostenblöcke aufgezeigt werden. Konkret soll aufgezeigt werden, welches die Kostenblöcke des Betriebs der 2. Säule sind, die aufgrund der gesetzlichen Richtlinien resultieren.

Die Untersuchung des allgemeinen Verwaltungsaufwandes lehnt sich an die Methode des Regulierungskostenmodells (RKM) an. Weil im Rahmen der erwähnten Studie insbesondere die Struktur des Verwaltungsaufwandes untersucht wurde, konnte das RKM nicht in seiner