Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2011/110: Bericht über die Zukunft der 2. Säule · 176 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 150Fedlex · Erläuternder Bericht

Interessant ist, dass lediglich vier Ereignisse rund 85% des Verwaltungsaufwandes bei Vorsorgeeinrichtungen auslösen. Dazu gehören Lohnänderungen (85 Mio.), Ein- und Austritte (37 Mio.) sowie Teilliquidationen (17 Mio.). Die Verarbeitung von Lohnänderungen sowie von Eintritten in und Austritten aus den Vorsorgeeinrichtungen verursachen pro Fall zwar nur wenig Verwaltungsaufwand; insgesamt aber wegen der hohen Anzahl Fälle die höchsten Kosten.

Andere Ereignisse sind im Einzelfall besonders aufwendig und pro Fall entsprechend teuer. Dabei ragen die Bearbeitung der Invaliditätsfälle, der Kapitalbezüge und der Wohneigentumsförderung heraus. Diese Ereignisse werden von den Vorsorgeeinrichtungen als besonders arbeitsintensiv beurteilt. Für Wohneigentumsförderung fällt bei Vorsorgeeinrichtungen ein Verwaltungsaufwand von rund 5.5 Mio. Franken an. Die Bearbeitung der Invaliditätsfälle verursacht jährlich Kosten von rund 4.5 Mio. Franken und die Abwicklung des Kapitalbezugs bei Pensionierung kostet rund 2.5 Mio. Franken.

Diese Ereignisse sind zahlenmässig geringer, verursachen jedoch pro Fall einen grossen zeitlichen Aufwand. Für die Bearbeitung eines WEF-Vorbezugs beträgt der zeitliche Aufwand zwischen 60 und 120 Minuten bzw. zwischen 30 und 60 Minuten bei Verpfändung. Für die Bearbeitung eines Kapitalbezugs beträgt der zeitliche Aufwand pro Fall zwischen 55 und 100 Minuten.

13.1.3.3 Verwaltungskosten bei Unternehmen

Erstmals sind nun auch die bei Unternehmen anfallenden Verwaltungskosten und deren Kostenstruktur bekannt. Laut Studie belaufen sich die Verwaltungskosten für den Betrieb der zweiten Säule bei Unternehmen auf jährlich 280 Mio. Franken.

13.1.3.3.1 Kosten für die Erledigung von Aufgaben bei Unternehmen

Insgesamt fallen laut Studie bei Unternehmen fünf Verwaltungsaufgaben an.

 Bei Unternehmen ist die Aufgabe der Meldung von Ereignissen an die Vorsorgeeinrichtung mit dem grössten Aufwand verbunden. Die entsprechenden Kosten belaufen sich auf 80 Mio. Franken.

 Nicht viel weniger kostet die Überprüfung der BVG-Lösung und der Vorsorgepläne (72 Mio.). Dazu gehören die Beurteilung der Leistungen der bestehenden BVG-Lösung, das Einholen und Vergleichen von Offerten für neue Verträge und gegebenenfalls die Kosten für den Abschluss eines neuen Vertrages. Hier gilt zu beachten, dass im Gegensatz zu allen anderen Aufgaben zu einer regelmässigen Überprüfung keine gesetzliche Pflicht besteht.

 Sonstiger Verkehr mit Vorsorgeeinrichtungen (inkl. Kontakt zu Dritten) verursacht jährlich 46 Mio. Franken Verwaltungsaufwand bei Unternehmen. Der Aufwand für Informationen an und Beratung der Arbeitnehmer in BVG-Fragen (z.B. freiwilliger Einkauf, vorzeitige Pensionierung, WEF, etc). kostet die Unternehmen jährlich 44 Mio. Franken.

 BVG-spezifische Aufgaben wie BVG-konforme Jahresabschlussarbeiten sowie periodische Zahlungen der Versicherungsbeiträge resultieren jährlich in rund 40 Mio. Franken an Verwaltungsaufwand bei Unternehmen.