Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2012/130: Gesundheitsberufegesetz, GesBG (provisorischer Titel) · 46 Seiten
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Vorentwurf Gesundheitsberufegesetz / Erläuternder Bericht
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Patientinnen und Patienten orientierte, integrierte Versorgung aus . Die Umsetzung wird zusätzliches hochqualifiziertes Pflegepersonal erfordern.
Bedarf an Expertise in den Gesundheitsberufen
Im Folgenden wird anhand des Pflegebereichs aufgezeigt, wie Absolventinnen und Absolventen von Masterstudiengängen in Gesundheitsberufen durch die Übernahme von erweiterten Rollen zur Bewältigung der Herausforderungen im Gesundheitssystem beitragen können.
Die folgenden Ausführungen stützen auf den Pflegebereich ab, weil hier, bedingt durch die verhältnismässige Grösse der Berufsgruppe, bereits Erfahrungen und ansatzweise ein Berufsprofil vorliegen. Aber auch die anderen Gesundheitsberufe der Fachhochschulstufe plädieren für die Aufnahme der Masterstufe im GesBG. Der Verband physioswiss und die Bildungsanbieter beantragen die Reglementierung des Berufsprofils Extended Scope Physiotherapist. Die Frage der Reglementierung dieser beruflichen Tätigkeiten ist ebenfalls einer vertieften Klärung zu unterziehen. Vertretungen der Berufe Ergotherapie, Ernährung und Diätetik sowie Hebamme argumentieren, dass die Anforderungen der Gesundheitsversorgung die Entwicklung und Reglementierung von Berufsprofilen auf Masterstufe notwendig machen. Für diese Berufe ist die Klärung dieser Frage zu früh, weil noch keine Masterstudiengänge angeboten werden.
5.2 Das Beispiel der Pflegeexpertin und des Pflegeexperten Advanced Practice Nurse (APN)
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Eine Pflegeexpertin und ein Pflegeexperte APN (Advanced Practice Nurse ) ist eine Pflegefachperson, die aufgrund ihrer Masterausbildung in Pflegewissenschaft über klinische Expertise in einem bestimmten Fachgebiet verfügt. Ihre Spezialisierung befähigt sie, die pflegefachliche Führung bei der Entwicklung und Umsetzung von Betreuungskonzepten für spezifische Patientengruppen mit komplexen Pflegebedürfnissen zu übernehmen. Sie entwickelt Leitlinien und Standards und sichert damit die Effektivität, Effizienz und Qualität der pflegerischen Versorgung. Sie arbeitet mit anderen Fachperso-
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nen des interdisziplinären Teams zusammen und bezieht pflegende Angehörige ein .
Berufsprofile auf der Masterstufe basieren, in Übereinstimmung mit den Profilen auf der Bachelorstufe, auf allgemeinen und berufsspezifischen Kompetenzen. Am Beispiel der Pflegeexpertin und des Pflegeexperten APN wird aufgezeigt, welche Tätigkeiten durch Fachkräfte mit Masterabschluss im Bereich der allgemeinen Kompetenzen ausgeübt werden.
Das Berufsprofil der Pflegeexpertin und des Pflegeexperten APN
Pflegexpertinnen und -experten APN arbeiten in Organisationen des Gesundheitswesens und sind in allen Versorgungsbereichen tätig (Akutpflege, Langzeitpflege, Spitex, Psychiatrie usw.). Sie nehmen
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eigenverantwortlich eine vertiefte klinische Einschätzung von komplexen Pflegesituationen vor und
81 leiten entsprechende Massnahmen ein, bspw. bezüglich Palliative Care und Schmerzmanagement . Sie übernehmen in interdisziplinären Teams Koordinations- und Führungsaufgaben. Als wissenschaft-
77 Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren & Bundesamt für Gesundheit: Neue Versorgungsmodelle für die medizinische Grundversorgung, 2012, S.4f
78 Der International Council of Nurses definiert eine APN (advanced practice nurse) als «registered nurse who has acquired the expert knowledge base, complex decision-making skills and clinical competencies for expanded practice, the characteristics of which are shaped by the context and/or country in which s/he is credential to practice. A master level degree is recommended for entry level». In der Schweiz werden seit 2001 an der Universität Basel APN ausgebildet.
79 Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK, SwissANP, Schweizerischer Verein für Pflegewissenschaft VFP, Institut universitaire de formation et de recherche en soins – IUFRS: Reglementierung der Pflegexpertin APN. Zusammenfassung der Gründe für die separate Reglementierung, 2012, S.1.
80 So wurde beispielsweise unter Leitung einer Pflegeexpertin APN im interdisziplinären Team ein Programm entwickelt, das Patientinnen und Patienten im ersten Jahr nach einer Nierentransplantation das nötige Wissen zum selbständigen Umgang mit Symptomen, Medikamenten und Hygiene vermittelt.
81 Dies führte beispielsweise zum Aufbau einer effektiven Wundversorgung für brandverletzte Kinder und einer entsprechenden Forschungsstelle in einem Kinderuniversitätsspital.