Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2012/93: Beiträge des Bundes an die Olympischen Winterspiele Schweiz 2022 · 52 Seiten

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1.5.2 Stärkung der Winterdestination Schweiz

Nachhaltige Winterspiele festigen die Stellung der Winterdestination Schweiz im internationalen Wettbewerb. Trotz hoher Kosten für die Durchführung sind umsichtig veranstaltete Winterspiele mit einem dauerhaften Nutzen für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft verbunden. Entsprechend gross ist der Standortwettbewerb zwischen Kontinenten und Nationen bei der Vergabe der Spiele.

Die Schweiz ist ein Pionierland des alpinen Wintertourismus. In den Jahren 1928 und 1948 wurden olympische Winterspiele in St. Moritz ausgetragen, was die Entwicklung des modernen Wintertourismus in den Schweizer Alpen wesentlich stimuliert hat. Der Wintertourismus wiederum hat mit seinen vielfältigen und einzigartigen Schneesportaktivitäten entscheidend zur Entwicklung des Tourismusstandortes Schweiz und zum Wohlstand im Schweizer Alpenraum beigetragen.

Der Schweizer Alpenraum besitzt ausgeprägte Voraussetzungen, um sich im Winter nachhaltig touristisch weiter zu entwickeln. Der Wintertourismus der Schweiz verfügt dank der hochgelegenen Destinationen über einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenzdestinationen aus dem umliegenden Ausland. Entscheidende Standortfaktoren sind zudem das Destinationsimage, die Attraktivität der Schneesportangebote, die Service- und Qualitätsstandards sowie der Ausbaustand tourismusrelevanter Infrastrukturen (u.a. auch der Transport-Infrastrukturen). Angesichts der internationalen Ausstrahlung können olympische Winterspiele zudem Impulse bei der Erschliessung des globalen touristischen Wachstumspotenzials verleihen und weltweit das Image der Schweiz als Wintertourismusland und Wirtschaftsstandort stärken.

1.6 Anforderungen und Rahmenbedingungen des IOC

1.6.1 Beurteilung der Kandidaturdossiers

Im Gegensatz zu einer verbreiteten Meinung lassen die Vorgaben des IOC konzeptionellen Spielraum für erfolgreiche Kandidaturen von mittleren und kleineren Austragungsorten. Alpine Regionen mit den erforderlichen infrastrukturellen Voraussetzungen treten auch gegen aufwendige mondäne Kandidaturen von Grossstädten durchaus mit intakten Chancen an. Die Vielzahl der IOC-Bewertungskriterien erlaubt eine differenzierte Gewichtung der Vor- und Nachteile einer Kandidatur.

Das IOC evaluiert eine Kandidatur auf der Grundlage von 11 Hauptkriterien. Mittels eines Rasters wird geprüft, ob die vorgegebenen Standards erfüllt sind. Die Prüfungsmodalitäten ermöglichen eine hohe Beurteilungsflexibilität. Ist beispielsweise die Kapazität eines Sportstadions kleiner als vom IOC empfohlen, werden entsprechend Punkte abgezogen. Kann das gleiche Stadion auch nach den olympischen Spielen genutzt werden, wird dieser Punkteabzug allenfalls mehr als wettgemacht.

Das IOC nimmt eine umfassende Gesamtbeurteilung einer Kandidatur vor. Auch wenn alpine Regionen einzelne Empfehlungen des IOC nicht erfüllen, können diese ein überzeugendes Gesamtkonzept präsentieren und sich so gegenüber der Konkurrenz durchsetzen. Bei dieser Ausgangslage kann die Schweiz nur mit einer an schweizerischen Verhältnissen und Gegebenheiten ausgerichteten Kandidatur erfolgreich sein.