Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2012/93: Beiträge des Bundes an die Olympischen Winterspiele Schweiz 2022 · 52 Seiten
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1.3.3 Organisationskapazität der Schweiz
Mit der erfolgreichen Durchführung verschiedener internationaler Sportgrossveranstaltungen hat die Schweiz den Nachweis erbracht, dass sie in sportlicher, infrastruktureller und politischer Hinsicht die Kapazitäten aufbringt, um anspruchsvolle Grossanlässe zielführend zu organisieren. Zu diesen Veranstaltungen mit internationaler Ausstrahlung gehören etwa: FIS Ski-Weltmeisterschaften 2003, UEFA EURO 2008 und die jährlich wiederkehrenden Weltcupveranstaltungen in Wengen, Adelboden, Crans-Montana, Lenzerheide und St. Moritz.
Solche internationale Sportgrossveranstaltungen tragen dazu bei, den Bekanntheitsgrad und das Image der Schweiz im Ausland positiv zu prägen. Olympische Winterspiele sind in allen Belangen eine Dimension grösser und entsprechend ein Anlass von besonders hoher Komplexität. Unter diesen Vorzeichen stellt deren Organisation eine ausserordentlich grosse Herausforderung dar. Ebenso gross sind aber auch die Chancen für eine langfristige Steigerung von Image und Reputation der Schweiz, wenn es gelingt, die olympischen Winterspiele erfolgreich durchzuführen.
1.4 Das nationale und internationale Umfeld der Kandidatur 2022
1.4.1 Nationale Ebene
Die Analyse der im frühen Stadium gescheiterten Olympiakandidaturen führt zur Erkenntnis, dass der rechtzeitige Einbezug aller betroffenen Kreise (Bund, Kantone, Gemeinden, Swiss Olympic und Wirtschaft) ein zentraler Erfolgsfaktor darstellt. In einem ersten Schritt wurde daher die Tragfähigkeit einer weiteren schweizerischen Kandidatur mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Sport ausgelotet.
Auf eine Anfrage von Nationalrat Tarzisius Caviezel (10.1047) hielt der Bundesrat in seiner Antwort vom 1. September 2010 fest, dass olympische Spiele dem organisierenden Land eine einmalige Chance bieten, seine Leistungsfähigkeit der Weltöffentlichkeit unter Beweis zu stellen. Weitere Vorteile werden in der Stärkung der nationalen Identität, im Imagegewinn und in beträchtlichen positiven Effekten im Bereich der Tourismus-, Freizeit- und Sportindustrie gesehen. Für die Durchführung olympischer Winterspiele formulierte der Bundesrat folgende Rahmenbedingungen: "weisse Spiele" und kurze Wege in einer alpinen Landschaft, ein Wintersportort als Zentrum, sowie Nutzung weitgehend vorhandener Infrastruktur (Verkehr, Sportanlagen und Beherbergung).
Vor dem Hintergrund der erwähnten Antwort des Bundesrates hat Swiss Olympic am 24. Januar 2011 die Rahmenbedingungen für eine Schweizer Olympia-Kandidatur formuliert. In der Folge entschied der Exekutivrat von Swiss Olympic am 11. August 2011 eine allfällige Schweizer Olympia-Kandidatur mit den Standorten Davos und St. Moritz zu prüfen. Graubünden setzte sich damit gegen die Kandidatur Genf/Waadt/Wallis durch.
In einem nächsten Schritt wurde am 21. Dezember 2011 der Verein XXIV. Olympische Winterspiele Graubünden 2022 (Verein) gegründet, in dem der Kanton Graubünden, die Gemeinden St. Moritz und Davos sowie Vertreter des Bundes und von Swiss Olympic als Gründungsmitglieder zeichneten. Gestützt auf vertiefte Abklärungen des Vereins zur Machbarkeit entschied das Sportparlament von Swiss Olym-