Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2013/146: Verordnung über die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung · 84 Seiten
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Hinweise, Kritiken, Vorschläge, Anträge Verfasser Observations, critiques, suggestions, propositions Auteurs Osservazioni, critiche, suggerimenti, proposte Autori
raschalluntersuchungen, EKG, Ergometrien, Holter, Spirometrien. Diese kostengünsti-
gen technischen Untersuchungen werden sehr häufig durch die Hausärzte selber durch-
geführt und erlauben es ihnen, rasch eine sinnvolle Behandlung einzuleiten. Anderer-
seits sind diese Untersuchungen auch unerlässlich, um die intellektuelle Arbeit der Spe-
zialisten aufwerten zu können, da sie je nach Resultat dazu dienen, andere kosteninten-
sivere Abklärungen einsparen zu können.
Es befremdet uns auch, dass anscheinend keine medizinische Analyse gemacht wurde,
inwiefern die gestiegene Verrechnungshäufigkeit der betroffenen Leistungen mit einer
Reduktion der Morbidität der Patienten einhergeht und inwiefern sie auf Empfehlungen
zurückzuführen ist, die auf ‚State of the Art‘-Regeln und epidemiologischen Argumenten
beruhen. Im Bereich der Neurologie z.B. ist die Zunahme von 25% in den verrechneten
Leistungen zwischen 2009 und 2013 (knapp 1 % der Gesamtverrechnungen) auf die ra-
sante und beeindruckende wissenschaftliche Entwicklung dieses Fachbereichs zurück-
zuführen. Die Neurologie ist eine v.a. auf intellektueller Arbeit basierende Disziplin, die
zurzeit ungenügend valorisiert wird. Der Durchschnittslohn eines Neurologen liegt zur-
zeit unter jenem eines Hausarztes. Es ist für uns somit schwer zu rechtfertigen, weshalb
diese kleine Spezialistengruppe noch weiter abgewertet werden soll.
Eine solche Kürzung der TL von 9% ist nicht mit den Regeln einer wirtschaftlichen Be-
triebsführung zu vereinbaren, denn sie macht es schwierig, wenn nicht gar unmöglich,
anstehende Investitionen in technische Geräte zu planen und zu verwalten.
Die Auswirkungen der linearen Kürzungen der TL in Kantonen mit einem Tarifpunkt un-
ter 83 Rappen müssen gesondert analysiert werden. Es besteht die Gefahr, dass ge-
wisse Spezialitäten wie z.B. die Radiologie und die Neurologie in Kantonen mit tiefem
Taxpunkt nicht mehr kostendeckend betrieben werden kann. Wir fordern, dass entspre-
chende Massnahmen getroffen werden, um solche Szenarien zu verhindern.
Die Kürzungen im Bereich der technischen Leistungen werden auf das technische, nicht Zofinger Speziärztliche Personal umgelegt werden müssen. alärzte Die Bereitschaft der betroffenen Ärzte, in neue lnfrastruktur zu investieren, wird weiter
sinken, nachdem angesichts des jahrelangen Stillstandes der Taxpunktwerte die Real-
löhne und somit auch der lnvestitionsspielraum bereits seit längerem aufgebraucht sind.
Das Abrechnungsverhalten wird sich ändern und der Effekt der Kürzung möglicherweise
sogar ins Gegenteil verkehrt.
Privatpersonen
Die Kürzungen werden – im Zusammenspiel mit wohl noch kommenden und schon be- Eigenmann reits erfolgten Massnahmen (kein Teuerungsausgleich seit zirka 20 Jahren) – nicht ver-
fehlen, bei den Spezialisten die gleiche Demoralisierung wie wir sie heute schon in der
Hausarztmedizin beobachten zu erzeugen. Es macht neuerdings immer wieder Mühe
unsere jungen KollegInnen davon zu überzeugen, dass es sich lohnt während Jahr-
zehnten den grössten Teil seiner Kräfte für die Medizin einzusetzen und das eigene Po-
tential qualitativ und quantitativ voll auszuschöpfen. Bis vor kurzem war dies eine
Selbstverständlichkeit. Diese Top-Leute werden uns fehlen. Die Kürzungen sind daher
auf das betriebswirtschaftlich tatsächlich begründbare Mass zu reduzieren.
Es ist zu begrüssen, dass die im Rahmen der allerdings fragwürdigen Kostenneutralität Fischer (der Taxpunktwert wurde in den langen Jahren des Tarmed-Vertrags trotz eindrückli-
cher Teuerung kaum oder nie angepasst und Kostensenkungen im Bereich des Labort-
arifs und der Medikamente nicht kostenneutral durchgesetzt) zu Lasten der technischen
Leistungen geht. Das rasant steigende Angebot an radiologischen Angeboten (bald je-
des Regionalspital verfügt über eine MRI- oder CT- Anlage) zeigt beispielhaft, wie feh-
lerhaft die Anreize in diesem Bereich wirken.
Gesetzlich hat eine Tarifstruktur die Aufgabe, die Kosten für die Erbringung medizini- Kloter scher Leistungen betriebswirtschaftlich korrekt und realistisch abzubilden. Eine gene-
relle Senkung aller TL verletzt dieses Gesetz, da nach dieser willkürlichen Kürzung nicht
jede einzelne betroffene Tarmed-Position auf diese Kriterien hin geprüft wird.
In einer Arztpraxis werde die Löhne der Angestellten in der Regel mittels der Einnah-
men aus den TL bezahlt, in diesem Zusammenhang ist eine Kürzung sicherlich unge-
rechtfertigt. Des weiteren geht die generelle Kürzung aller TL sogar zu Ungunsten derje-
nigen Generalisten, welche ein Röntgengerät betreiben.
Ich begrüsse eine Korrektur der Radio-Onkologie Tarife aus folgendem Grund: Eine Lütolf