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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten

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sollen sowohl die Bereiche der Humanmedizin als auch die Bereiche der Veterinärmedizin und der Tierhaltung berücksichtigt werden.

Im 2014 lancierte die WHO die Ausarbeitung eines globalen Aktionsplans gegen Antibiotikaresistenzen. Mit den konkreten Massnahmen zielt sie dabei einerseits auf die Entwicklung von Werkzeugen und Standards für eine harmonisierte Überwachung beim Menschen ab. Andererseits will sie die harmonisierte Überwachung auf Tiere zur Lebensmittelerzeugung und auf die Nahrungsmittelkette ausdehnen.

Auf europäischer Ebene setzte der Rat der europäischen Union 1999 die Resoluti- Europäische Union on gegen Antibiotikaresistenzen (A Strategy Against the Microbial Threat) in Kraft. 2001 verabschiedete die Europäische Kommission die Ratsempfehlung 2002/77/EC gegen antimikrobielle Resistenzen. Dieses Dokument diente als Basis für nationale Strategien im Zusammenhang mit Antibiotikaresistenzen9. Im selben Jahr verbot die Europäische Union den Verkauf von Antibiotika ohne ärztliche Verschreibung. In den Folgejahren resultierten aus den Bestrebungen der Europäischen Union verschiedene Projekte und Institutionen wie die Antimicrobial Resistance Interactive Database (EARS-Net), das European Surveillance of Antimicrobial Consumption Network (ESAC-Net) oder das European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST).

Im Mai 2011 nahm das Europäische Parlament eine Resolution zum Thema Antibiotikaresistenz an10. Darin wurde die Europäische Kommission aufgerufen, einen EU-weiten Plan zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen zu erarbeiten. Der fünfjährige Aktionsplan umfasst in einem ganzheitlichen Ansatz sowohl den human- als auch den veterinärmedizinischen Bereich. Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, sich zu engagieren und die bisher eingeleiteten Massnahmen zu bündeln.

Zwölf Ziele beinhalten u.a. die verstärkte Förderung des angemessenen Antibiotikaeinsatzes in allen Mitgliedstaaten, die Stärkung von Infektionsschutz und - bekämpfung in Einrichtungen des Gesundheitswesens, die Verstärkung der Überwachungssysteme für Antibiotikaresistenz und -verbrauch in der Human- und Veterinärmedizin sowie die Verstärkung und Koordinierung von Forschungsanstrengungen. Die bereits etablierten europäischen Überwachungsnetzwerke, wie EARS-Net, sollen weiter ausgebaut werden. Die Antibiotikaresistenz ist ein Schwerpunktbereich des 3. EU Aktionsprogramms im Bereich der Gesundheit (2014 − 2020).

Die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen ist innerhalb der europäischen Länder unterschiedlich weit gediehen. Einige EU-Länder erarbeiteten in den letzten Jahren nationale Strategien und Aktionspläne, darunter Frankreich, Schweden oder Deutschland. Die Strategien fokussieren mehrheitlich auf die Bereiche Überwachung/Monitoring, Prävention/Bekämpfung sowie Forschung. Andere Länder haben bisher im Bereich Resistenzbekämpfung noch wenig getan.

Mehrere europäische Länder setzten bereits konkrete Massnahmen um: So führten beispielsweise Frankreich, Grossbritannien, Belgien oder Luxemburg Bevölkerungskampagnen durch, die einen umsichtigeren Einsatz von Antibiotika zum Ziel hatten und für das Thema sensibilisierten. Länder wie Spanien, die Tschechische Republik, Griechenland, Frankreich und Norwegen führten ausserdem strengere Vorschriften zur Verschreibung von Antibiotika ein. Programme zur Verbesserung der Verschreibungspraktiken von Antibiotika sowie Hygienemassnahmen zur

9 Gerards, Marieke (2011): International Policy Overview. Antibiotic Resistance

10 European Parliament resolution of 12 May 2011 on antibiotic resistanceP7_TA(2011)0238