Vorlage
Vernehmlassung 2015/28: Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) · 50 Seiten
Fedlex · Vorlage · Seite 34Fedlex · Vorlage
eHealth Suisse bezweckt, dass alle Schweizer Impfausweise mit dem Expertensystem kompatibel sind (standardisierte elektronische Kompatibilität).
eHealth hat zum Ziel, die bestehenden eHealth-Dienstleistungen und insbesondere meineimpfungen.ch zu integrieren. Die Kantone unterstützen die Förderung des Impfausweises. Im Tessin beispielsweise wurden während der Europäischen Impfwochen 2015 Kurse für die medizinischen Praxisassistentinnen und
Praxisassistenten geschaffen und im Kanton St. Gallen der elektronische Impfausweis Studierenden der Berufs- und Hochschulen im Frühjahr 2015 kostenlos angeboten.
Handlungsbedarf
Um das Potenzial des elektronischen Impfausweises für eine bessere Compliance zum Impfplan zu nutzen ist eine höhere Akzeptanz dieses Angebots durch die praktizierende Ärzteschaft und eine höhere
Bekanntheit und Nachfrage in der Bevölkerung zu erreichen. Gemäss einer im Mai 2013 durchgeführten Umfrage über die Nutzung einer elektronischen Krankengeschichte nutzen zwei Drittel der Ärzteschaft den Computer nur für administrative Aufgaben oder sind gar ohne IT-Ausrüstung (Djalali, 2015).
Der befürchtete Zeitaufwand für die Erstellung eines elektronischen Impfdossiers oder die Unkenntnis der Dienstleistungen von DATAVAC und nicht zuletzt die noch fehlende Verbindung mit der eigenen
Praxissoftware behindern die breite Anwendung des elektronischen Impfausweises in der Arztpraxis. Die Verwendung in der Arztpraxis muss durch die allgemeinde Verfügbarkeit der Schnittstellen zu den
verschiedenen Praxissoftware-Produkten sowie über bessere Kenntnisse über Anwendung und Vorteile des elektronischen Impfausweises in der Ärzteschaft gefördert werden.
Die Nachfrage in der Bevölkerung kann mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit und mit Aktionen zur
kostenlosen Erstellung und Validierung eines individuellen Ausweises erhöht werden. Einfacher Zugang zu fachlicher Unterstützung bei der Eröffnung eines persönlichen Dossiers und zur Erfassung der
durchgeführten Impfungen kann für die abschliessende Erstellung des elektronischen Impfausweises ausschlaggebend sein. Entsprechende Angebote sind insbesondere für Interessierte auch unabhängig von einem Arztkontakt verfügbar zu machen. Nichärztliche Gesundheitsfachpersonen müssen über die
Möglichkeiten, einen elektronischen Impfausweis zu erstellen, informiert sein und durch entsprechende Weiterbildung diesen auch selber anwenden können.
Spezifische Ziele 10
Mindestens 50 % aller Pädiaterinnen und Pädiater sowie auch Hausärztinnen und Hausärzte verwenden bis 2022 einen mit dem offiziellen Expertensystem verbundenen elektronischen Impfausweis, entweder direkt via eigenem Praxissystem oder via eine Portallösung.
Mindestens 60 % der Kinder bis zwei Jahre besitzen bis 2022 einen mit dem Expertensystem verbundenen elektronischen Impfausweis.
Mindestens 10 % der Bevölkerung besitzen bis 2022 einen mit dem Expertensystem verbundenen
elektronischen Impfausweis.
Alle nach dem Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) zertifizierten
Gemeinschaften können ihren Patientinnen und Patienten den elektronischen Impfausweis als
strukturiertes Dokument zugänglich machen (basierend auf dem Austauschformat "Elektronisches
Impfdossier" von "eHealth Suisse").
10 Die Erreichung des ersten Ziels ist für die Erreichung der zwei folgenden Ziele entscheidend. Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) – Entwurf vom 29.03.2016