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Vernehmlassung 2015/55: Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten · 82 Seiten

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Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten Entwurf

 Die Art befindet sich auf/in lebenden Pflanzen (z. B. Zierpflanzen) oder auf/in als Ware gehandeltem Pflanzenmaterial (z. B. Nahrungsmittel, Saatgut) und wird mit diesen mittransportiert.

 Die Art befindet sich auf/in als Verpackungsmaterial genutztem, pflanzlichem Material (z. B. Holzpaletten, Holzverpackungen) oder im Substrat (z. B. Blumentopferde) und wird mit diesem mittransportiert.

 Die Art wird mit nichtpflanzlichen Gütern (z. B. Boden- oder Kiesverschiebung) oder direkt an das Transportmittel angeheftet (z. B. Fahrzeuge, Schiffe) mittransportiert (z. B. aquatische Arten).

 Die Art wird in ein benachbartes Land eingebracht und wandert anschliessend von dort in die Schweiz ein (z. B. Schadinsekten).

Internet- und Durch das Internet ist der Handel zwischen räumlich sehr weit voneinander Kleinhandel entfernten Privatpersonen oder Kleinbetrieben stark vereinfacht worden.

Dies hat unter anderem einen Anstieg nicht deklarierter und/oder mit Arten infizierter Kleinmengen zur Folge, die auf teilweise geringe Kenntnisse oder sogar auf bewusste Rechtsumgehung durch die wachsende Zahl von Nicht-Fachhandelspartnern zurückzuführen sind.

Freilassung und Entweichung

Freilassen / Entweichen Absichtliches Freilassen von Arten etwa aus falscher Tierliebe (z. B. Rotvon Arten wangenschildkröte), ungewolltes Entweichen aus der Haltung oder Fehlein-

schätzungen bei früheren biologischen Schädlingsbekämpfungen kann zu freilebenden Populationen führen, die grosse Schäden verursachen können.

So wird beispielsweise die starke Ausbreitung des Asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) darauf zurückgeführt, dass er Ende des 20. Jahrhunderts aus Japan/China willentlich in die USA und nach Europa eingeführt und zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt wurde. Auch die Ausbreitung von invasiven Zierpflanzen aus Gärten in angrenzende Lebensräume geht auf absichtliche Einfuhren zurück.

Etablierung und Ausbreitung

Ist eine Art erst einmal in die Umwelt gelangt, hängt deren Überleben und weitere Ausbreitung einerseits von den natürlichen Bedingungen ab, kann aber andererseits durch weitere, vom Menschen beeinflusste Faktoren gefördert bzw. unterdrückt werden. Nachfolgend eine nicht abschliessende Aufzählung möglicher Faktoren:

Wiederholte Ausbrin- Nicht jede Art beginnt bereits nach erstmaliger Einfuhr bzw. Einschleppung gung sich auszubreiten. Die wiederholte Ausbringung einer Art kann jedoch deren

Etablierungs- und Ausbreitungserfolg erhöhen.5

Eutrophierung Änderungen der ökologischen Standortbedingungen z. B. durch atmosphä-

rischen Stickstoffeintrag können Bedingungen schaffen, die eine Besiedelung durch gebietsfremde Arten erst möglich machen. In diesen Fällen ist

5 Kowarik I. 2010: Biologische Invasionen: Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. Ulmer, Stuttgart