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Vernehmlassung 2015/55: Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten · 82 Seiten
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Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten Entwurf
das gehäufte Auftreten gebietsfremder Arten als Symptom einer tiefergreifenden Veränderung der Standortbedingungen zu verstehen. Der ursprüngliche Zustand des betroffenen Habitats kann auch nach Entfernen der gebietsfremden Arten nicht wiederhergestellt werden, wenn nicht gleichzeitig die eigentliche Ursache für die Änderung der Standortbedingungen angegangen werden kann.
Landnutzung Je nach Art und Weise der Flächenbewirtschaftung und des -unterhalts kön-
nen Bedingungen geschaffen werden, die einer Etablierung und Ausbreitung gebietsfremder Arten förderlich sind, bzw. im umgekehrten Fall deren Weiterausbreitung wirksam entgegenwirkt (z. B. Wahl des Mähzeitpunkts).
Klimawandel Der anthropogene Klimawandel hat eine direkte Veränderung der Standort-
bedingungen (Temperatur, Niederschlag, Wasserhaushalt) zur Folge, wodurch die standörtliche Angepasstheit einheimischer Arten abnehmen und gleichzeitig jene von nicht-einheimischen bzw. gebietsfremden zunehmen kann. Dabei sind für die Schweiz insbesondere die Änderungen der winterlichen Bedingungen (z. B. Rückgang der Anzahl Frost- und Eistage) von Bedeutung. Auch unter diesen Umständen lässt sich mit dem Entfernen der neu auftretenden Arten der ursprüngliche Zustand nur bedingt wieder herstellen (vgl. oben: -> Eutrophierung).
Der Klimawandel kann auch indirekt, z. B. durch die Beeinflussung der Häufigkeit und Intensität von Störungsereignissen wie Stürme, Hochwasser oder Waldbrände, die Ausbreitung gebietsfremder Arten begünstigen.
1.1.4 Ablauf und Auswirkungen des Auftretens invasiver gebietsfremder Arten
Auch wenn viele gebietsfremde Arten nach einigen Jahren wieder verschwinden oder sich unauffällig in unsere Ökosysteme eingliedern, hat in einigen Fällen dieser absichtliche wie auch unabsichtliche Austausch von Lebewesen durch den Menschen zu negativen Auswirkungen geführt.
Schäden durch invasive Arten, von denen angenommen werden muss, dass sie massgebliche Schägebietsfremde Arten den verursachen können, werden als ‘invasiv‘ bezeichnet. Diese invasiven
gebietsfremden Arten können vielfältige ökologische Schäden und Beeinträchtigungen zur Folge haben. Z.B. verdrängen sie einheimische Arten bzw. hybridisieren mit diesen und gefährden so die biologische Vielfalt, sie verändern ökologische Faktoren oder beeinträchtigen Funktionen einheimischer Ökosysteme oder übertragen Krankheiten und Parasiten auf einheimische Arten. Im Weiteren können Gesundheitsprobleme beim Menschen durch toxische oder allergene Stoffe ausgelöst werden. In der Land- und Waldwirtschaft oder an Gebäuden und Infrastrukturen können beträchtliche ökonomische Schäden angerichtet werden, z.B. durch Ertragseinbussen oder Mehrkosten im Unterhalt von Gleisanlagen, Strassen, Schutzbauten und Ufern.
Invasionsdynamik Der Verlauf einer biologischen Invasion wird in die folgenden vier Phasen
eingeteilt: