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Vernehmlassung 2015/55: Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten · 82 Seiten
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Strategie der Schweiz zu invasiven gebietsfremden Arten Entwurf
mischen Arten offen, die ihrerseits - anstelle der ursprünglichen Arten - wichtige ökologische Funktionen in diesen neuen Gemeinschaften mit veränderter Artenzusammensetzungen übernehmen können18.
Um diesen dynamischen Prozessen gerecht zu werden, sollte das Invasionspotenzial einer Art regelmässig überprüft und die Einschätzung bei Bedarf angepasst werden.
Bewertung des Scha- Die Bewertung der von invasiven gebietsfremden Arten verursachten Schädenspotenzials den kann von Akteur zu Akteur unterschiedlich ausfallen. Je nach Ort des
Auftretens und Betroffenheit der einzelnen Akteure ergeben sich manchmal divergierenden subjektiven Bewertungen, die in eine Gesamtschau aufzunehmen und zu gewichten sind. Dafür bietet sich die Anwendung einer sektorübergreifenden Quantifizierung des Schadenspotenzials z. B. mittels einer Schädlichkeits- bzw. Lästigkeitsskala (vgl. Amman et al. 201019) an. Dieses Vorgehen ermöglicht einen Vergleich der Schädlichkeit von Arten, auch wenn sich deren Schäden auf unterschiedliche Schutzgüter auswirken.
Kosten
Zuwarten verursacht hö- Massnahmen gegen die Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten sind here Kosten mit Kosten verbunden. Dennoch ist davon auszugehen, dass die potenziel-
len Schäden, die von invasiven gebietsfremden Arten ausgehen, diese Kosten bei weitem übersteigen (vgl. Abb. 1-3). So wurde z.B. im Rahmen der Arbeiten zur nationalen Gefährdungsanalyse20 das Schadensausmass für ein (fiktives) Szenario der Massenausbreitung einer invasiven gebietsfremden Art abgeschätzt. Gemäss diesem Szenario wurde für ein solches Schadensereignis eine aggregierte Schadenssumme von rund 1 Mrd. Franken ermittelt21.
Für die EU wird von jährlichen Kosten von mindestens 12 Mrd € ausgegangen, mit einer weiter zunehmenden Tendenz22. Für die Vereinigten Staaten von Amerika werden die durch invasive gebietsfremde Arten verursachten ökologischen und ökonomischen Kosten auf insgesamt 120 Mrd. $/Jahr beziffert23. Für die Schweiz liegen nur teilweise Angaben zu den durch invasive gebietsfremde Arten verursachten Kosten vor. So wurden im Expertenbericht „Kosten der Biotopinventare“24 die Aufwendungen für die Neobiotabekämpfung und –prävention in den Objekten von nationaler Bedeutung als „einmalige“ Aufwertungsmassnahmen auf 130 Mio. CHF geschätzt.
Grundsätzlich gilt: Je länger mit Massnahmen zugewartet wird, umso aufwändiger und teurer wird die Bekämpfung. Mit der Umsetzung der Strategie soll einer unkontrollierten Ausbreitung und parallel ansteigenden Kosten invasiver gebietsfremder Arten Einhalt geboten werden. Potenziell invasive
18 Williams C.E. 2005: Potential Valuable Ecological Functions of Nonindigenous Plants. In: Luken J.O. & Thieret J.W. (eds.) Assessment and Management of Plant Invasions, 26-34. Springer, New York.
19 http://www.nfp59.ch/files/dokumente/Ammann_Daniel_Summary_D_E.pdf
20 www.risk-ch.ch
21 http://www.bevoelkerungsschutz.admin.ch/internet/bs/de/home/themen/gefaehrdungen-risiken/nat__gefaehrdungsanlayse/gefaehrdungsdossier.html
22 European Environment Agency (EEA) 2012. The impacts of invasive alien species in Europe. Technical report No 16/2012. http://www.eea.europa.eu/publications/impacts-of-invasive-alien-species
23 Pimentel D. et al. 2005. Update on the environmental and economic costs associated with alien-invasive species in the United States Ecological Economics 52: 273– 288.
24 Martin M., Jöhl R., BIOP-Inventarverantwortliche (2014). Biotope von nationaler Bedeutung. Kosten der Biotopinventare. Expertenbericht zuhanden des Bundes. Erstellt im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU).