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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 43 Seiten
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einer klaren Begriffsbestimmung und ist entsprechend offen und von einem individuellen Kontext geprägt. Was für die einen Sport ist, stellt für die anderen Alltagsbewegung dar.
Neue Bedürfnisse und Motive, neue Anbieter und Sportformen beeinflussen den Sport permanent. Dadurch wird sein Erscheinungsbild nicht nur vielfältiger und bunter, sondern auch unübersichtlicher und diffuser. Ansätze einer begrifflichen Kategorisierung wie Freizeitsport, Breitensport oder Gesundheitssport tragen diesem Phänomen teilweise Rechnung.
Die Studie Sport Schweiz 20145 hält fest, dass für die Festlegung des Begriffs «Sport» eine Vielzahl von Faktoren heranzuziehen sei. Dazu gehören die Qualität und Intensität der Aktivität, die Beweggründe, Ziele und Normen, aber auch Ort und Rahmen. Auf der Grundlage dieser Kriterien wird Sport als körperliche Aktivität definiert, die eine Eigenwelt bildet und durch soziale Normen geregelt ist.
Der Breitensport ist eine kategoriale Ausgestaltung des Begriffs «Sport». Mit dem Hinweis auf die Breite soll zum Ausdruck gebracht werden, dass viele Menschen mit unterschiedlichen Intensionen und Intensitäten sportlich aktiv sind. Sport und Bewegung unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Zielsetzung der körperlichen Aktivität. Das zeigt sich insbesondere unter dem Aspekt der Gesundheitswirksamkeit körperlicher Aktivität. Sport ist auf Leistung ausgerichtet und kann eine breite oder begrenzte gesundheitliche Wirkung haben. Bei der Bewegung steht demgegenüber die Gesundheitswirksamkeit im Vordergrund: jene Form von körperlicher Aktivität, die Verbesserungen der Gesundheit zum Ziel hat.
1.4.2 Breitensport als Sport für alle
Ziel des Breitensports ist die Steigerung der Sport- und Bewegungsaktivitäten der gesamten Bevölkerung. Im Rahmen des vorliegenden Konzepts stehen nicht – kaum zu leistende – begriffliche Abgrenzungen im Vordergrund, sondern vielmehr die Frage, welche Wirkungen im Rahmen der Förderung des Breitensports erzielt werden können. Im vorliegenden Zusammenhang wird daher Breitensport als «Sport für alle» verstanden.
1.4.3 Merkmale des Breitensports
Der Breitensport zeichnet sich durch eine Fülle von Handlungsfeldern und zahlreichen Schnittstellen zu anderen Politikbereichen aus (Gesundheit, Bildung, Kultur, Integration, Wirtschaft, Tourismus etc.).
Die Mehrheit der Sporttreibenden übt ihre Sport- und Bewegungsaktivitäten nicht organisiert aus. Entweder treiben sie individuell Sport oder dann profitieren sie von Breitensportangeboten, die von kommerziellen Anbietern erbracht werden. Breitensport erschöpft sich insoweit nicht im Vereinssport, sondern reicht angesichts der Angebotsvielfalt weit darüber hinaus. Sportverbände und -vereine sind primär für den Kinder- und Jugendsport sowie für den Wettkampfsport eine wichtige Stütze; insbesondere in Bezug auf die Integration und Sozialisation von Kindern im Sport.
Menschen bewegen sich aus unterschiedlichsten Motiven. Die Bestrebungen zur Förderung von Sport und Bewegung müssen diesem Umstand Rechnung tragen. In Kinder- und Jugendjahren kommt dem Kompetenzerwerb im Sportverein sowie der Wettkampforientierung in verschiedenen Stärkeklassen eine hohe Bedeutung zu. Im Erwachsenenalter treten der direkte Leistungsvergleich und die Wettkampftätigkeit zunehmend in den Hintergrund, während die Orientierung an der Gesundheit, der Freude beim Sporttreiben und der Geselligkeit zunimmt.
5 Lamprecht, M., Fischer, A. & Stamm, H.P. (2014): Sport Schweiz 2014: Sportaktivität und Sportinteresse der Schweizer Bevölkerung. Magglingen: Bundesamt für Sport, S. 9.