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Vernehmlassung 2019/47: Bericht über Vision, Strategie und Konzept zum Leitungskataster Schweiz (Bericht Leitungskataster Schweiz) · 40 Seiten
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Dimensionalität der Daten
Die Netzdaten der Werke liegen geometrisch mehrheitlich als Lagedaten (2D) ohne Höheninformation vor und dreidimensionale Geometriedaten (3D) spielen aktuell noch eine untergeordnete Rolle. Als Folge davon können damit nur die durch Leitungen und Bauwerke belegten Flächen, aber nicht der belegte Raum in der dritten Dimension erkannt, geschweige denn bewirtschaftet werden.
Einzig beim Abwasser besteht bei den Daten ein hoher Anteil an Lagedaten mit ausgewählten Höheninformationen (2.5D). Der Grund dafür liegt darin, dass für hydraulische Berechnungen des Abwassernetzes die Höhen zentrale Informationen sind.
Die Auswertung zur Verwendung der Datenmodelle ist auch ein Abbild aktueller Diskussionen rund um das Thema Leitungskataster. «Seien wir zunächst froh, überhaupt flächendeckend 2D-Daten zu haben, bevor wir an 3D gehen», ist sinngemäss oft die aktuelle Losung. Viele Werkeigentümer fürchten auch die Kosten, die eine konsequente 3D-Datenbewirtschaftung nach sich ziehen würde.
Abbildung 3 Verwendete Datenmodelle der Werkeigentümer (CH)7
1.3.2 Leitungskataster in Europa
Ein Leitungskataster zu Auskunftszwecken und Schadensvermeidung ist auch in Europa schon seit einigen Jahren ein grosses Thema.
EU-Richtlinie INSPIRE: Umsetzung in Versorgungsunternehmen
Die Infrastructure for Spatial InfoRmation in Europe (INSPIRE) ist eine EU-Richtlinie, die für eine gemeinsame und grenzübergreifende Geodateninfrastruktur in Europa sorgen soll. Ziel ist, alle wichtigen Daten und Informationen öffentlicher Einrichtungen auffindbar, über das Internet zugänglich und kombinierbar zu machen. In diesem Zusammenhang sind nahezu alle digitalen Geobasis- und Geofachdaten der Behörden berührt. Die EU-Kommission sieht in diesen harmonisierten Datenbeständen eine wichtige Voraussetzung für die effektive Umsetzung umweltrelevanter EU-Richtlinien.
In Deutschland haben der Bund und die Länder dazu entsprechende Geodatenzugangsgesetze erlassen. Zudem wurde in einer Verwaltungsvereinbarung als zuständiges Lenkungsgremium die Geodateninfrastruktur Deutschland GDI-DE definiert. Diese hat dazu für die Ver- und Entsorgungsunternehmen die «Handlungsempfehlung zur Bereitstellung von Metadaten zu INSPIRE-relevanten Geodatensätzen durch Ver- und Entsorgungsunternehmen» sowie die Empfehlung «Sicherheitsaspekte bei der Umsetzung von INSPIRE durch Ver- und Entsorgungsunternehmen» publiziert. Die Empfehlungen regeln die Metadatenbereitstellung unter Berücksichtigung der Zugangsberechtigungsstufe «beschränkt zugänglich».
7 Quelle: «Leitungskataster Schweiz», Machbarkeitsstudie von Laube & Klein AG im Auftrag des Bundesamtes für Landestopografie swisstopo, 18.5.2017 Leitungskataster Schweiz (LKCH); Vision, Strategie und Konzept 14/40 20190524LKCH-Bericht_vision_strategie_konzept_v1p16_DE