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Vernehmlassung 2019/47: Bericht über Vision, Strategie und Konzept zum Leitungskataster Schweiz (Bericht Leitungskataster Schweiz) · 40 Seiten
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Die Norm wurde im 2012 umfassend revidiert. Ein wichtiges neues Element dabei war das abbildungsorientierte Geodatenmodell LKMap, welches ermöglicht, den Leitungskataster vollständig aus den Daten aller Fachmodelle darzustellen. Im Zuge der oben erwähnten und fortschreitenden Rechtsetzung zum Leitungskataster auf Stufe Kanton hat sich die Norm und vor allem das Geodatenmodell LKMap für den Leitungskataster etabliert. Ein wesentlicher Vorteil von LKMap ist, dass kantonale Erweiterungen ohne Modelländerungen möglich sind. LKMap (ohne Erweiterungen) ist damit der gemeinsame Nenner für Leitungskatasterdaten und bietet sich als schweizweites minimales Geodatenmodell an. Heute liegen erste praktische Erfahrungen mit LKMap vor. Gestützt auf diese Erfahrungen wird die Norm seit 2017 durch die SIA-Normenkommission überprüft und gegebenenfalls revidiert.
Der direkte Zugriff auf Leitungsdaten wird in der Regel mittels Zugangsberechtigungen geschützt [Zugangsberechtigungsstufe B (beschränkt öffentlich zugängliche Geodaten) gemäss Geoinformationsverordnung GeoIV, Art. 21b]
1.3 Ist-Situation
1.3.1 Leitungskataster in der Schweiz Hohe Werte im Boden
Das Umfeld zum Thema «Leitungskataster» hat sich in den letzten fünfzehn Jahren stark verändert; die Sensibilität für das Thema hat entsprechend zugenommen. Gründe dafür sind die Verschiebung des Fokus vom reinen Bau zum Unterhalt und Management von Versorgungs- und Entsorgungsnetzen, das bewusste Digitalisieren von personifiziertem Wissen und die Geoinformationsgesetzgebung.
Wie im Kap. 1.2.2 erwähnt, sind in rund der Hälfte der Kantone individuelle, kantonale Leitungskataster erstellt oder in Planung bzw. im Aufbau. In den anderen Kantonen gibt es keine kantonal geregelten Leitungskataster. Als Folge davon gibt es heute schweizweit keine harmonisierten Leitungskatasterdaten. Mit Blick auf die künftigen Herausforderungen – sei es in der Raumplanung oder bei der Umsetzung der Energiestrategie – führt das dazu, dass elementare Basisinformationen nicht vollständig oder nicht in ausreichender Qualität verfügbar sind.
Die sich im Boden befindlichen Werte unserer Infrastrukturen sind riesig und umfassen bei einer Netzlänge von rund 550'000 Kilometern einen Wiederbeschaffungswert der Versorgungs- und Entsorgungsnetze (inklusive Strassenkörper) von über 450 Milliarden Franken6, Tendenz steigend.
Trotz dieser enormen Werte existiert dafür keine schweizweite Katasterregelung. Beim Grundeigentum ist das anders: für das Grundeigentum und die beschränkten dinglichen Rechte an diesem (insb. Pfandrechte zur Sicherung von Hypothekardarlehen sowie Dienstbarkeiten) kennt die Schweiz die amtliche Vermessung und das Grundbuch, dies bei Hypothekardarlehen von 1'162 Milliarden Franken.
Abbildung 1 Wiederbeschaffungswerte von Infrastrukturen in Milliarden Franken (CH) (Grafik: Laube & Klein AG)
6 Quellen: Plaut Economics, «Tausend und ein Netz», 2006 / Prof. Dr. H-R Schalcher, «Was kostet das Bauwerk Schweiz in Zukunft und wer bezahlt dafür», 2011 Leitungskataster Schweiz (LKCH); Vision, Strategie und Konzept 12/40 20190524LKCH-Bericht_vision_strategie_konzept_v1p16_DE