Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2020/66: Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 · 52 Seiten
Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 9Fedlex · Ergebnisbericht
Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030: Ergebnisbericht der Vernehmlassung
Ernährungssicherheit bzw. ein nachhaltiges Landwirtschafts- und Ernährungssystem als
Schwerpunktthema (OW, SBV-USP, BVAR, BVBE, BVSO, LBV)
Sauberes Wasser (REEE, CSDSA)
4.1 Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion
Grundsätzlich stösst das Schwerpunkthema mit seinen Zielen und Stossrichtungen auf Zustimmung und die grosse Relevanz wird betont. Viele kritisieren allerdings den einseitigen Fokus auf traditionelle Wirtschafts- und Wachstumstheorien und die fehlende Auseinandersetzung mit alternativen bzw. neueren Ansätzen wie Suffizienz, Postwachstum, Sharing-Ökonomie oder Gemeinwohlökonomie (AG, BE, BS, GE, GL, LU, OW, SG, SO, TI, VS, EVP, SPS, SSV, Lausanne, AWS, ETH-Rat, BLSUI, GPCH, Mercator, NCHP, öbu, SANU, SDSN, SIA, VSCH). Dabei solle das BIP nicht als alleiniger Indikator für Wohlstand dienen8 (u. a. EVP, Unibe, PRO-NAT, SDSN, SES, SfKs). Vielmehr solle die Strategie ein umfassenderes Wohlstandsverständnis9 einnehmen, das sich an gesellschaftlichen und ökologischen Bedürfnissen orientiert und wirtschaftliche Aktivitäten als Mittel versteht, diese Bedürfnisse zu decken (Unibe).
Eine Mehrzahl der Stellungnahmen bringt Vorschläge für weitergehende Ziele oder Massnahmen ein.
Als zusätzliche Teilbereiche bzw. explizit zu nennende Ziele werden insbesondere genannt:
Hinweis zu den SDGs 9, 14, 17. Es wird gewünscht, dass die Auflistung der sekundären
SDGs begründet wird oder diese SDGs gestrichen werden (BE, FR, GE, OW, SO, TG, VS).
Gemäss verschiedenen Voten fehlen Ziele zur Ernährungssicherheit bzw. sei diese stärker
zu gewichten (u. a. AG, ZG, JAGDCH).
SO regt an, dass nachhaltiger Konsum auch die Nachfrage nach Erholung miteinschlies-
sen soll, ausserdem werde der Konsum von natürlichen Ressourcen nicht behandelt.
Generelle Hinweise in Bezug auf alle Ziele und Stossrichtungen betreffen insbesondere folgende Punkte:
Kritisiert wird insbesondere, dass die Beschreibungen und Ziele von traditionellen Wirt-
schafts- und Wachstumstheorien ausgehen. Neuere Ansätze sollen berücksichtigt werden (siehe einleitender Abschnitt oben).
Mehrfach wird moniert, dass eine Bewusstseinsförderung und Informationen für Konsumen-
tinnen und Konsumenten grundsätzlich nicht ausreichen werde (SPS, AWS, Unibe, GPCH, PA2030, SES, SfKs, SEXG, OEKU, PRONAT, VSGP, WWF, MGB und fairunterwegs).
8 Hier wird auch auf SDG 17.19 in der Agenda 2030 verwiesen, wo u. a. Fortschrittsmasse für nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten seien, die das Bruttoinlandsprodukt ergänzen.
9 Im Sinne von hoher Lebensqualität und subjektivem Wohlbefinden, sowie intakter Ökosysteme.