Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2025/121: Unterstützung der Kandidatur, Vorbereitung und Durchführung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038 in der Schweiz – Grundsatz- und Planungsbeschluss · 40 Seiten

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Erläuternder Bericht

1 Inhalt der Vorlage

Das Nationale Olympische Komitee der Schweiz (Swiss Olympic) und der Verein «Olympische und Paralympische Winterspiele Schweiz 2038» (Verein) verhandeln derzeit mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOK) über die Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038 (OPWS 2038) in der Schweiz.

Das Konzept des Vereins sieht eine mehrheitlich private Finanzierung der Organisation und Durchführung der OPWS 2038 vor. In verschiedenen Bereichen ist eine Unterstützung des Bundes notwendig. Um die notwendige Planungssicherheit bezüglich der Bundesunterstützung zu schaffen, unterbreitet der Bundesrat den eidgenössischen Räten einen Grundsatz- und Planungsbeschluss nach Artikel 28 des Parlamentsgesetzes (SR 171.10, ParlG). Er legt darin die Eckwerte der Unterstützung durch den Bund fest.

2 Rahmenbedingungen des Vorhabens

2.1 Dimensionen der Olympischen und Paralympischen Winterspiele

Die Olympischen und Paralympischen Winterspiele (OPWS) gehören zu den bedeutendsten Sportveranstaltungen der Welt. Die Organisation der OPWS ist ein nationales Projekt mit grosser internationaler Ausstrahlung. Eine Nation, die sich der Herausforderung stellt, diesen Anlass durchzuführen, steht für längere Zeit im Schaufenster der Weltöffentlichkeit. OPWS sind für den mit der Durchführung betrauten Staat eine grosse Chance, seine geschichtliche Entwicklung, politische Tradition, kulturelle Vielfalt und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einem Milliardenpublikum in der ganzen Welt näherzubringen. Neben dem Erlebnis eines einzigartigen Anlasses können die OPWS für die Gastgebernation mit einem über die Spiele hinausgehenden, langfristigen Nutzen verbunden sein (Vermächtnis).

Die Olympischen Winterspiele wurden bisher zwei Mal in der Schweiz durchgeführt, beide Male in St. Moritz. 1928 – zehn Jahre nach dem ersten Weltkrieg – standen die Spiele im Zeichen des Wiederaufbaus des internationalen Sports und der Völkerverständigung. Es waren die ersten eigenständigen Winterspiele, die nicht in Verbindung mit Sommerspielen ausgetragen wurden. 1948 fanden die Winterspiele ein zweites Mal in St. Moritz statt. Es waren die ersten Olympischen Winterspiele, die nach dem zweiten Weltkrieg ausgetragen wurden und als «Spiele der Wiedergeburt» gelten. Sie symbolisierten die Rückkehr zum friedlichen Sport.

Die Dimensionen der OPWS sind in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen. Nahmen beispielsweise an den OPWS in Lillehammer (NOR) 1994 etwas mehr als 1’700 Athletinnen und Athleten in 61 Wettkämpfen (6 Sportarten und 12 Disziplinen) teil, hat sich die Zahl der Teilnehmenden und der Sportwettkämpfe in der Zwischenzeit fast verdoppelt. OPWS umfassen heute rund 16 olympische Disziplinen und 6 paralympische Disziplinen mit über 3’000 olympischen Athletinnen und Athleten aus nahezu 100 Ländern