Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2026/2: Abkommen zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung des Fürstentums Liechtenstein über die gegenseitige Anerkennung von Berufsmaturitätszeugnissen · 6 Seiten
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GR merkt an, dass der Umgang mit der Bescheinigung der geforderten Sprachkompetenzen in einer zweiten Landessprache für die Berufsmaturität der Ausrichtung «Wirtschaft und Dienstleistung, Typ Wirtschaft» für Schülerinnen und Schüler, die die Berufsmaturität an einer Handels- oder Informatikmittelschule im Kanton Graubünden mit Französisch als zweiter Landessprache absolvieren, Modellcharakter haben könnte. Aufgrund der besonderen Sprachensituation im Kanton Graubünden ist es für die betroffenen Bündner Schülerinnen und Schüler schwierig, das geforderte Sprachniveau in der regulären Unterrichtszeit zu erreichen. Es wäre zu prüfen, ob die Möglichkeit, das geforderte Sprachniveau nach dem Erwerb der Berufsmaturität mittels Sprachdiplom nachzuweisen, auch für diese Schülerinnen und Schüler geschaffen werden könnte.
SG weist darauf hin, dass im vorliegenden Abkommen wesentliche Übergangsbestimmungen für die praktische Umsetzung und Anwendung fehlen. Insbesondere bleibt unklar, ob die neuen Anerkennungsvoraussetzungen auch auf Personen Anwendung finden sollen, die ihren Berufsmaturitätsabschluss zwar vor dem Stichtag erworben haben, ihr Studium jedoch erst nach diesem Zeitpunkt aufnahmen oder innerhalb der Schweiz das Studienfach wechseln und keinen entsprechenden Fremdsprachennachweis erbringen können. SG ist der Ansicht, dass die Aufnahme einer klaren Übergangsbestimmung wesentlich dazu beitragen würde, Rechtsunsicherheiten in der praktischen Anwendung des Abkommens zu vermeiden und einen einheitlichen Vollzug sicherzustellen.
UR schlägt in seiner Stellungnahme ein «Mini-FAQ» mit entsprechenden Antworten vor.
3.2 Grundsätzliche Stellungnahmen der politischen Parteien
Die FDP und die SP heissen den Abkommensentwurf gut. Beide Parteien begrüssen die Voraussetzung des Nachweises einer zweiten Landessprache und werten es als besonders positiv, dass das Abkommen die Gleichbehandlung und die materielle Gleichwertigkeit mit der eidgenössischen Berufsmaturität gewährleistet. Die SP hält fest, dass das Abkommen es ermöglicht, den Zielen des Bundes hinsichtlich der Mehrsprachigkeit Rechnung zu tragen.
Die FDP begrüsst die administrative Entlastung, das Ausbleiben zusätzlicher Kosten zulasten des Bundes und der Kantone sowie die Aufwertung der Berufsbildung und die Wahrung der Qualität und Attraktivität der Berufsmaturität. Sie ist der Ansicht, dass die besondere Rolle Liechtensteins im schweizerischen Bildungssystem die gewählte Lösung rechtfertigt. Die FDP hebt zudem die Bedeutung des Abkommens für die internationale Mobilität zwischen den beiden Ländern und für die Durchlässigkeit des Bildungssystems hervor.
Für die SP ist es ein zentrales Anliegen, die Bedeutung der Landessprachen und den Austausch zwischen den Sprachgemeinschaften zu sichern. Sie ist der Auffassung, dass das Beherrschen einer zweiten Landessprache nicht nur kommunikative Kompetenzen fördert, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der kulturellen Vielfalt und des nationalen Zusammenhalts der Schweiz leistet.
3.3 Grundsätzliche Stellungnahmen der gesamtschweizerischen Dachverbände der Wirtschaft und der weiteren interessierten Organisationen
Die Stellungnahmen der gesamtschweizerischen Dachverbände der Wirtschaft werden aufgrund ihres Inhalts zusammen mit den Stellungnahmen der weiteren interessierten Organisationen behandelt.
Die vier nationalen Dachverbände der Wirtschaft, die eine Stellungnahme abgegeben haben, unterstützen den Abkommensentwurf. Sie befürworten die Gleichbehandlung und die Gewährleistung der materiellen Gleichwertigkeit mit der eidgenössischen Berufsmaturität, die das Abkommen vorsieht.
Travail.Suisse, der SAV und der SGB begrüssen die Voraussetzung des Nachweises einer zweiten Schweizer Landessprache. Für Travail.Suisse wertet das Abkommen die Berufsbildung auf und trägt zur Wahrung der Qualität und Attraktivität der Schweizer Berufsmaturität bei. Die besondere Rolle Liechtensteins im Schweizer Bildungssystem wird auch von Travail.Suisse und dem SAV als Argument angeführt. Der SAV weist schliesslich auf die administrative Vereinfachung, die Stärkung der Rechtssicherheit sowie das Ausbleiben zusätzlicher Kosten zulasten des Bundes und der Kantone hin.
Swissuniversities unterstützt das Abkommen und begrüsst die Tatsache, dass der Nachweis einer zweiten Schweizer Landessprache vorausgesetzt wird. Die Organisation hebt hervor, dass das