Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2026/64: Vorlage zur verkehrsträgerübergreifenden Bewältigung der Mobilitätsbedürfnisse: Verkehr ’45 · 147 Seiten

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den grossen Infrastrukturprojekte neue Möglichkeiten zur räumlichen Vernetzung. Aufgrund des anhaltenden Wachstums ist eine vorausschauende, koordinierte Siedlungsentwicklung durch die zuständigen Kantone und Gemeinden entscheidend.

3.6 Bodensee und Ostalpen

Im Grossraum St. Gallen bildet die N1 – zusammen mit der Bahn – die leistungsfähige West-Ost-Verbindung, welche die Ostschweiz mit den übrigen Landesteilen sowie mit Österreich, Lichtenstein und Deutschland verknüpft. Der Rosenbergtunnel mit der Spange Güterbahnhof dient vor allem dazu, den Siedlungsraum in der Agglomeration St. Gallen von räumlich unerwünschtem Verkehr zu entlasten, dort Freiraum für eine Entwicklung des ÖV zu schaffen sowie den regionalen und Durchgangsverkehr auf der Nationalstrasse aufzufangen. Damit wird die Redundanz verbessert. Die Umfahrung Amriswil Nord mit Anschluss Romanshorn trägt ebenfalls zur Entlastung des Siedlungsraums, zur besseren Erschliessung und Verkehrsbündelung bei. Der Ausbau der Bahnstrecke Küblis - Fideris verbessert die Erschliessung wichtiger Tourismusgebiete wie Prättigau, Davos und Unterengadin.

3.7 Südschweiz

Verschiedene Massnahmen aus den Agglomerationsprogrammen sowie die Ergänzungen des Nationalstrassennetzes zwischen Bellinzona und Locarno und südlich von Lugano vervollständigen das Verkehrssystem der «Città Ticino», welches sich bis ins benachbarte Italien ausdehnt. Die umfangreichen, im Sachplan Verkehr verankerten und in Verbindung zum AlpTransit stehenden Bahnprojekte waren nicht Gegenstand der Überprüfung durch die ETH Zürich. Es wird im Rahmen der weiteren Arbeiten (Zielbild STEP) zu klären sein, wie mit diesen ursprünglich vorgesehenen Projekten und den dafür benötigten Flächen für die Zulaufstrecken AlpTransit umgegangen werden soll.

3.8 Achse West-Ost

Die ETHZ hat verschiedene Projekte auf der West-Ost-Achse überprüft. Dazu zählen eine durchgehende zweite Doppelspur zwischen Genf und Lausanne, zwei Neubauabschnitte zwischen Lausanne und Bern, ein durchgehender Tunnel zwischen Aarau und Zürich sowie diverse Trassierungsverbesserungen zwischen Winterthur und St. Gallen. Die ETHZ ist in ihrem Gutachten zum Schluss gekommen, dass die baulichen Massnahmen sehr kostspielig sind. Während auf der Neubaustrecke Mattstetten – Rothrist noch rund 100 Millionen Franken für eine Minute Fahrtzeit investiert werden musste, wären es zwischen Winterthur und St. Gallen rund acht Mal mehr. Im Gutachten der ETHZ wird deshalb empfohlen, die Projekte mit Ausnahme von Morges-Perroy zurückzustellen, um ein übergeordnetes, verkehrsträgerübergreifendes und siedlungsverträgliches Gesamtkonzept für die West-Ost-Achse zu erstellen, das anschliessend etappiert umgesetzt werden kann. Im Hinblick auf die nächste Botschaft zur Gesamtverkehrsentwicklung (Botschaft 2031) wird das UVEK ein Konzept für die langfristige Weiterentwicklung der West-Ost-Achse vorlegen. Die übergeordnete Koordination zwi-