Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/64: Vorlage zur verkehrsträgerübergreifenden Bewältigung der Mobilitätsbedürfnisse: Verkehr ’45 · 147 Seiten
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3.3 Nordwestschweiz
Basel ist ein zentraler Knoten auf der internationalen Rheinachse, wo Strasse, Schiene und Schifffahrt besonders eng miteinander verflochten sind. Die Region ist durch ihre international bedeutende Industrie- und Innovationslandschaft geprägt, was ihre räumlichen und verkehrlichen Verflechtungen bestimmt. Eine Stärkung der Schiene und eine Weiterentwicklung des Netzes sind für einen qualitativ hochstehenden Agglomerationsverkehr im mit Frankreich und Deutschland eng verbundenen, trinationalen Metropolitanraum notwendig. Trams und die Verkehrsdrehscheibe Bahnhof SBB West in Basel können die Nachfrage über kurze und mittlere Distanzen nur teilweise aufnehmen. Da das Herzstück nicht bis 2045 realisiert werden kann, soll bis zum nächsten Ausbauschritt der Lösungsansatz einer etappierten Durchmesserlinie konkretisiert werden. Um die Stadt Basel vom Transitverkehr auf der Nationalstrasse zu entlasten und die Wohnqualität entlang der bestehenden Osttangente zu verbessern, soll mittelfristig der Rheintunnel realisiert werden.
3.4 Grossraum Zürich
Die ausgeprägte Wachstumsdynamik des Grossraums Zürich stellt besondere Anforderungen an die Steuerung der Siedlungsentwicklung. Die Priorisierung der Tram- und Stadtbahnprojekte ist wichtig für die weitere Verdichtung und die Lenkung der Siedlungsentwicklung nach innen. Das 4. Gleis am Bahnhof Zürich Stadelhofen lässt eine Kapazitätserhöhung des S-Bahnsystems an einer zentralen Stelle zu. Die Glattalbahn und der Ausbau Zürich–Winterthur (Brüttener Tunnel) schaffen zusätzliche ÖV-Kapazitäten und machen den Verzicht auf den neuen Nationalstrassenabschnitt im Norden von Zürich (Glattalautobahn) möglich. Gegen eine Realisierung der Glattalautobahn sprechen zudem die hohen Kosten und die Schwierigkeiten bei der Integration ins bestehende Nationalstrassennetz. Strassenseitig wird dagegen die N1 zwischen Aarau Ost und Birrfeld erweitert. Der Ausbau der Nationalstrasse steht grundsätzlich in Konkurrenz zu den möglichen Ausbauten der Eisenbahninfrastruktur auf der gleichen Achse. Für die Eisenbahninfrastrukturprojekte wie zum Beispiel die Direktverbindung Zürich Aarau liegt aber lediglich eine Konzeptstudie vor, während das Nationalstrassenprojekt notwendig und bereit für die Realisierung ist. Mittelfristig ist eine koordinierte Kapazitätsentwicklung zwischen Strasse und Schiene auf der Achse Zürich– Limmattal–Aarau erforderlich. Mit der Limmattalbahn konnte im Rahmen des Agglomerationsprogramms bereits ein effizienter Mittelverteiler, der die Strassen wirksam entlastet, realisiert werden. In diesen intermediären, ausserhalb der Agglomerationskerne liegenden Räumen ist dem Siedlungsdruck mit besonderer raumplanerischer Sorgfalt zu begegnen.
3.5 Zentralschweiz
Die Weiterentwicklung des Bahnknotens Luzern und der Achse Zürich – Zug – Luzern mit dem Zimmerberg-Basistunnel II sowie der bereits bewilligten Nationalstrassen-Bypass bilden die zentralen Elemente für die langfristige Verkehrsbewältigung im Grossraum Luzern/Zentralschweiz. Neben der erhöhten Resilienz entstehen durch diese bei-