Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2007/2: Nationale Strategie „eHealth“ · 56 Seiten

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3 Analyse der Ausgangslage

3.1 Situationsanalyse aus Sicht des Bundes

Das Thema „eHealth” blieb im Jahr 1998 in der bundesrätlichen Strategie Neues Thema in der für eine Informationsgesellschaft Schweiz unerwähnt. Auf diese wichtige Strategie Informationsinhaltliche Lücke hat das Zentrum für Wissenschaft- und Technologiestu- gesellschaft dien CEST im Jahr 2002 in seiner Evaluation der Bundesaktivitäten im

Bereich Informationsgesellschaft hingewiesen. Der Bundesrat beauftragte

deshalb im selben Jahr das Departement des Innern, den Handlungsbe-

darf des Bundes aufzuzeigen. Dazu wurden vom Bundesamt für Gesund-

heit (BAG) und dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) über 30

Exponentinnen und Exponenten aus dem Umfeld des Gesundheitswe-

sens befragt. Der im Januar 2004 erstellte Schlussbericht zeigte einen

klaren Handlungsbedarf des Bundes auf, da in der Schweiz das Wissen

und die Sensibilisierung bezüglich „eHealth“ gering sind, konkrete Kon-

zepte fehlen und die Anwendungen isoliert und kaum koordiniert stattfin-

den. Deshalb wurde im Rahmen der überarbeiteten Strategie Informati-

onsgesellschaft Schweiz ein eigener Massnahmenbereich zu „eHealth“

formuliert.

Im Februar/März 2006 wurden bei 63 Akteuren in einer schriftlichen Um- Situationsanalyse: frage die Erwartungen an eine Strategie „eHealth” erhoben. Angefragt „eHealth” in der wurden Behörden (Bund, Kantone, kantonale Projekte), Leistungserbrin- Schweiz 2006 ger, Versicherer, Leistungsbezüger (Patienten-, Konsumenten- und Bür-

gerorganisationen), Akteure aus Bildung, Lehre und Forschung sowie

private Anbieter. Die Resultate lassen sich wie folgt zusammenfassen:

¾ Standards und Interoperabilität stehen an erster Stelle, sowohl bei

den generellen Erwartungen an eine Strategie, als auch bei den

spezifischen Themenbereichen;

¾ Auf der Ebene des „Policy-Making“ erwarten die Akteure vor allem

die Definition gemeinsamer übergeordneter Zielsetzungen, einen

nationalen Massnahmenfahrplan mit Meilensteinen zur Umset-

zung sowie die Definition der Rollen und die Klärung der Zustän-

digkeiten der Akteure. Dazu gehören Rahmenbedingungen für

Public Private Partnership (PPP) im Gesundheitswesen. Die Zu-

sammenarbeit mittels PPP bei der Umsetzung der Massnahmen

betrachten 80% der Befragten als sehr wichtig oder wichtig.

¾ Die Gesundheitskarte und das elektronische Patientendossier

werden sowohl bei den Themenbereichen, als auch bezüglich der

Koordinationsbedürfnisse oft genannt;

¾ Häufig genannt werden organisatorische und regulatorische

Massnahmen, zum Beispiel angepasste Anreiz- und Vergütungs-

systeme, die Entwicklung rechtlicher Rahmenbedingungen für Si-

cherheit, Daten- und Persönlichkeitsschutz sowie die Entwicklung

von Sicherheitsinfrastruktur und –mechanismen.

¾ Weniger geäusserte Erwartungen betreffen Bildungs- und For-

schungsaktivitäten in Bezug auf „eHealth”, und den Einsatz von

„eHealth”-Lösungen für die Prävention und Telehomecare.