Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/2: Nationale Strategie „eHealth“ · 56 Seiten
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9 Kosten, Nutzen, Finanzierung
9.1 Überlegung zu den Kosten
Kostenprognosen für die Umsetzung der Strategie „eHealth” zu erstellen, Schwierigkeiten der ist äusserst schwierig. Einerseits gibt es keine zuverlässige gesamt- Kostenprognose schweizerische Erhebung der bestehenden IT-Infrastruktur im Gesund-
heitswesen. Andererseits müssen für genaue Kostenschätzungen die
Umsetzungsmassnahmen konkretisiert werden. Bis alle in der Strategie
definierten Ziele erreicht werden können – insbesondere das Ziel des
lebenslangen persönlichen elektronischen Patientendossiers (A7) – sind
nach Ansicht von Experten Investitionen im dreistelligen Millionenbereich
notwendig. Die Schwierigkeit bei der Ermittlung der Kosten hat mehrere
Gründe:
¾ Die Strategie ist offen formuliert und lässt Spielraum für neue Be-
dürfnisse und Entwicklungen. Deshalb ist nicht absehbar, welche
Anwendungen wann zu welchen Kosten realisiert werden;
¾ Eine koordinierte Umsetzung der strategischen Vorgaben kann si-
cherstellen, dass ohnehin anfallende Investitionen in Informations-
und Kommunikationssysteme die Stossrichtung von „eHealth” un-
terstützen und damit nicht der Umsetzung der Strategie angela-
stet werden müssen;
¾ „eHealth” entwickelt sich nicht als isoliertes System, sondern ist
Teil der sich rasch verändernden Informationsgesellschaft. Des-
halb ist es denkbar, dass Investitionen in „eHealth” auch in ande-
ren IKT-Gebieten eingesetzt werden können – und umgekehrt.
9.2 Der Nutzen von „eHealth”
Die alleinige Beurteilung von Kosten greift zu kurz. Eine „eHealth”- Der Nutzen steht im Anwendung darf nicht als Selbstzweck eingeführt werden – vielmehr soll Vordergrund damit ein ökonomischer und volkswirtschaftlicher Nutzen erzielt werden.
Deshalb muss das nationale Koordinationsorgan jeden Schritt der Strate-
gieumsetzung neu bezüglich Kosten, Nutzen und Finanzierung beurteilen.
Für nationale „eHealth”-Anwendungen liegt einzig bei der per 2008 ge- Kosten und Nutzen der planten Einführung der Versichertenkarte eine aktuelle Kosten-Nutzen- Versichertenkarte Analyse vor.
¾ Investitionen: Karten, Hardware,
Software, Einführungskosten;
¾ Einsparungen einmalig: Ersatz Euro-
päische Krankenversicherungskarte
¾ Betriebsausgaben jährlich: Ersatz
Karten, Wartung Hardware, Software,
Kommunikation;
¾ Einsparungen jährlich: Vereinfachte
Datenübernahme, vereinfachte Abrechnung, vermiedene Rechnungsretouren. Kosten und Nutzen der Versichertenkarte (Debold&Lux, 2006)