Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/2: Nationale Strategie „eHealth“ · 56 Seiten
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¾ Health literacy: Förderung von Gesundheitskompetenz und
Selbstverantwortung. Zugriff auf persönliche Daten und deren
Nutzung.
¾ Standardisierung und Interoperabilität: Bessere Zusammenarbeit
und Datenaustausch;
¾ Epidemiologie: Statistische Früherfassungs- und Warnsysteme.
Die Europäische Union EU hat im Jahr 2006 eine umfassende Kosten- Nutzen bei zehn Nutzen-Analyse zu zehn „eHealth”-Anwendungen in diversen europäi- Projekten in der EU schen Ländern veröffentlicht („eHealth is worth it“). Beurteilt werden zum
Beispiel eine Gesundheitskarte für grenzüberschreitende Leistungen
(Grenzgebiet Deutschland, Belgien, Niederlande), eine „eRezept“-
Anwendung (Schweden), ein webbasiertes elektronisches Patientendos-
sier (Tschechien), ein nationales Datennetzwerk (Dänemark), ein Online-
Informationssystem (Grossbritannien) und die Auswertung von schwedi-
schen Radiologiebildern in Spanien. Die Studie kommt zu folgenden Er-
gebnissen:
¾ Alle zehn Projekte weisen einen positiven ökonomischen Nutzen
aus;
¾ Im Durchschnitt überstieg der jährliche Nutzen die jährlichen Kos-
ten im vierten Jahr, wobei die Spanne zwei bis sieben Jahre be-
trägt. Die Frist ist umso länger, je komplexer das Vorhaben und je
weniger Erfahrung mit „eHealth” die Verantwortlichen bei der Ein-
führung hatten;
¾ Der kumulierte Nutzen übersteigt die kumulierten Kosten im
Durchschnitt im fünften Jahr.
Der Vergleich von kumulierten Kosten und Nutzen der zehn Anwendun-
gen zeigt das Potential von „eHealth”. Der ökonomisch nachweisbare
Nutzen stieg von 20 Millionen Euro im Jahr 1994 auf 200 Millionen Euro
im Jahr 2004 – für 2008 liegt die Prognose bei 400 Millionen Euro. Gleich-
zeitig stiegen die gesamten jährlichen Kosten nie über 100 Millionen Euro.
In dieser Bewertung nicht berücksichtigt ist die Verbesserung der Informa-
tion aller Beteiligten, die zu höherer Patientensicherheit, zeitgerechter
Versorgung oder mehr Effizienz beiträgt.
Die Studie der EU legt anhand der zehn Anwendungen empirische Bewei- Kein Nutzen ohne se vor, dass „eHealth” den erwünschten Nutzen haben kann. Sie verweist Rücksicht auf aber auch auf die Erfolgsfaktoren, die zu beachten sind: Erfolgsfaktoren
¾ Einbezug und Überzeugung aller Betroffenen: Planung, Einfüh-
rung und Verbreitung von „eHealth”-Anwendungen müssen unter
aktiver Beteiligung und mit Unterstützung der Betroffenen erfolgen
(Bevölkerung, Leistungserbringer, Industrie, Behörden);
¾ Starke Gesundheitspolitik mit flexibler Strategie „eHealth”: Die
Strategie soll einerseits die langfristige Vision einer bürgerzent-
rierten Gesundheitsversorgung verfolgen, andererseits aber die
konkreten Bedürfnisse der Akteure im Gesundheitssystem an-
sprechen. Zudem sollte die Strategie mit kurzfristig erreichbaren
Zielen ein Umfeld schaffen, das Investitionen in „eHealth” fördert.
Nicht empfohlen wird der Ansatz, den grossen Knall mit ambitiö-
sen Zielen in kurzer Frist zu planen;