Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2007/2: Nationale Strategie „eHealth“ · 56 Seiten

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Die Bereitstellung von so genannten Notfalldaten oder einem medizini- Nutzen von schen Basisdatensatz stellt einen wichtigen Schritt dar, um die medizini- eNotfalldaten sche Versorgung nachhaltig zu verbessern – nicht nur im Notfall. Mit der

Einführung der Versichertenkarte wird den KVG-Versicherten diese Option

eröffnet. Es ist zu erwarten, dass vor allem Personen mit chronischen

Gesundheitsstörungen oder hohen Risiken Interesse an der Verfügbarkeit

von medizinischen Basisdaten haben. Gerade für diese Personengruppen

können am meisten Verbesserungen in der medizinischen Behandlung

erreicht werden. Ein Blick in den Datensatz kann zu einer schnellen und

angepassten Versorgung beitragen, ärztliche Fehlentscheidungen ver-

meiden und im Extremfall Leben retten. Von Interesse sind hier vor allem

chronische Erkrankungen, Dauer-Medikationen, Implantate oder auch

Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Medikamenten oder Stoffen.

Im Notfall sind zudem Hinweise auf Patientenverfügungen oder Kontakt-

adressen von Interesse, da sie zu einer verbesserten Informationssituati-

on beitragen. Der ökonomische und volkswirtschaftliche Nutzen dieser

Anwendung ist nachvollziehbar. Er ist aber nicht quantifizierbar, da immer

auch die Frage „was wäre gewesen, wenn ich die Information nicht gehabt

hätte“ berücksichtigt werden muss.

Das elektronische Rezept dient dem Transport von Daten der Arzneimit- eRezept und Liste der telverordnung vom Arzt zum Apotheker. Im Zeitpunkt der Verschreibung Medikation können durch Expertensysteme Wechselwirkungen und Kontraindikatio-

nen zu anderen, bereits eingenommenen und in der Arzneimitteldokumen-

tation gespeicherten, Medikamenten erkannt und die Medikation ange-

passt werden. Bei der Abgabe der Medikamente durch den Apotheker

können die Daten direkt in das Abrechnungssystem zur Rechnungsstel-

lung übernommen werden. Vor allem älteren und chronisch kranken Per-

sonen werden häufig viele verschiedene Medikamente verschrieben. Für

das ärztliche und pflegerische Personal ist es sehr schwierig, den Über-

blick zu behalten. Eine aussagekräftige Arzneimitteldokumentation ist

deshalb von höchster Bedeutung, nicht nur im Notfall. Eine elektronische

Erfassung der Medikamente kann die Arzneimittelsicherheit erhöhen und

die Wirtschaftlichkeit der Versorgung verbessern.

Sollte bei der Ausgabe der Versichertenkarte oder später ein eRezept

realisiert werden und mit der Karte eine Liste der aktuellen Medikation des

Karteninhabers verfügbar sein, können gemäss der Kosten-Nutzen-

Analyse zur Versichertenkarte weitere Einsparungen realisiert werden.

¾ Investitionen: Hardware, Software,

Einführungskosten;

¾ Betriebsausgaben jährlich: Wartung

Hardware, Software, Kommunikation;

¾ Einsparungen eRezept jährlich: Bes-

sere Datenqualität, vereinfachte Ab-

rechnung, vereinfachte Archivierung;

¾ Einsparungen Medikation jährlich:

Übersicht Medikation, automatische

Prüfung von Wechselwirkungen und

Kontraindikationen, weniger ambulante

und stationäre Behandlungen aufgrund

von Problemen bei der Medikation,

vermiedene Arzneimittelkosten.

Kosten und Nutzen von eRezept und Medikation (Debold&Lux, 2006)