Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2009/120: Wirksamkeitsbericht des Finanzausgleichs zwischen Bund und Kantonen 2008-2011 · 144 Seiten

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Wirksamkeitsbericht des Finanzausgleichs zwischen Bund und Kantonen 2008-2011

tivität von Schweizer Kantonen im internationalen Kontext evaluiert. Mit Hilfe von Annahmen bezüglich der Finanzierungs- und Investitionsstruktur eines exemplarischen Unternehmens im produzierenden Gewerbe mit einer Vorsteuerrendite von 20 % wurde berechnet, wie hoch der effektive durchschnittliche Steuersatz an verschiedenen Standorten liegt35.

Tabelle 20 Effektiver Durchschnittssteuersatz für Unternehmen des produzierenden Gewerbes im internationalen Vergleich

1) 2)

Kanton / Staat 2001 2003 2005 2007 2009 2001-2009 AR - - - - 10.8 - OW - - - 11.5 11.1 - NW 15.5 15.4 15 14.8 12.7 -2.8 ZG 13.8 13.8 14 13.7 13.4 -0.4 SH - - - 19.9 13.9 - SG 20.3 20.3 20.3 16.2 14.2 -6.1 LU - 17.5 17 16.3 15.9 - SZ 17.1 16.5 17.1 17 16.1 -1 ZH 21.6 21 18.8 18.3 18.2 -3.4 BL 22.9 22.8 22.8 22.9 18.5 -4.4 BE 18.8 18.6 18.6 18.6 18.5 -0.3 TI 18.7 18.5 18.9 18.9 18.8 0.1 VS 19.7 19.7 19.6 19.6 19.6 -0.1

VD 20.5 20.5 20.5 20.5 20.50

BS 22.1 22.1 22.1 22.1 20.9 -1.2 GE 21.4 21.4 21.5 21.5 21.5 0.1 Median Schweiz 3)

20 20 19.3 18.8 18.5 -1.5 Irland - Dublin 12 14 14 14.1 14.1 2.1 Österreich 30.4 30.4 22.4 22.4 22.1 -8.3

4)

Niederlande 30.7 30.3 27.6 23.1 23 -7.7

4)

Italien 28.8 31.8 30.9 30.9 26.6 -2.2 Grossbritannien (London) 28 28.1 28.1 28.6 27.7 -0.3 Deutschland 4)

35.4 36.5 35.5 35.1 27.8 -7.6

4)

Frankreich 34.9 34.5 33.9 34 34.1 -0.8

USA (Boston) 36.2 36 37.6 35.8 36.20

Quelle: BAK Basel Economics und ZEW Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (2005, 2007, 2009)

1)

Steuerbelastung in Kantonshauptorten 2) Veränderung 2001-2009 in Prozentpunkten

3)

Median der Kantone, bei denen die gesamte Zeitreihe 2001-2009 vorhanden ist

4)

Median verschiedener Steuerorte

Ergebnisse liegen lediglich für eine Auswahl von Kantonen und für die Jahre 2001, 2003, 2005, 2007 und 2009 vor. Die Studie zeigt, dass die Schweizer Kantone in Bezug auf eine wettbewerbsfähige Unternehmensbesteuerung internationale Spitzenpositionen belegen (vgl. Tabelle 20). Sämtliche untersuchten Kantone sind im europäischen und nordamerikanischen Vergleich für Unternehmen unter steuerlichen Aspekten attraktiv, wobei lediglich Irland mit

35Vgl. Lammersen und Schwager (2005). Die Studie bezieht sich somit auf einen spezifischen Unternehmenstyp. Die ZEW-Studie kann Sonderbesteuerungsformen, welche nur für bestimmte Unternehmensgruppen Anwendung finden, nicht berücksichtigen, da sonst keine allgemeine Analyse über Steuerbelastungsunterschiede möglich wäre. Dementsprechend werden bei der Berechnung der durchschnittlichen effektiven Steuerlast besondere Besteuerungsformen, wie z.B. die der Beteiligungs-, Holding- und Verwaltungsgesellschaften in den Schweizer Kantonen, nicht berücksichtigt. Auch lassen sich im Rahmen des vorgegebenen Modellrahmens nicht alle relevanten Aspekte der steuerlichen Gewinnermittlung erfassen. Dies zeigt sich beispielsweise bei der periodenübergreifenden Verlustberücksichtigung bei der Gewinnsteuer. So ist in der

Schweiz ein Verlustvortrag von 7 Jahren möglich, während dieser in einigen EU-Staaten zeitlich unbeschränkt gewährt wird (vgl. BMF 2008). Sollte beispielsweise ein solcher Verlustvortrag in die Berechnung der effektiven Durchschnittssteuerbelastung einfliessen, wäre dies mit einer Vielzahl weiterer Annahmen verbunden und ein allgemeiner Vergleich über internationale Steuerbelastungsunterschiede wäre nicht mehr möglich.