Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2009/120: Wirksamkeitsbericht des Finanzausgleichs zwischen Bund und Kantonen 2008-2011 · 144 Seiten
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Wirksamkeitsbericht des Finanzausgleichs zwischen Bund und Kantonen 2008-2011
einem effektiven Durchschnittssteuersatz von 14.1 Prozent einen tieferen Wert aufweist als die Schweizer Kantone.
Im Jahr 2007 wurden weitere osteuropäische und asiatische Standorte in das Ranking aufgenommen (BAK / ZEW 2007, 2009). Hongkong weist demnach unter den analysierten Standorten im Jahr 2007 mit 10,5 % und im Jahr 2009 mit 9,7 % den niedrigsten effektiven Durchschnittssteuersatz auf. Auch Singapur (2007 und 2009: 15,7 %) tritt in Konkurrenz mit einigen Schweizer Kantonen.36 Vor allem jedoch die osteuropäischen Staaten Slowakei (16,3 %), Tschechien (17 %), Polen (17 %), Slowenien (18,6 %) und Ungarn (19,0 %) weisen 2009 attraktive Durchschnittssteuersätze auf.
Im Zeitvergleich lässt sich feststellen, dass der Rückgang der effektiven Durchschnittssteuerbelastung seit 2001 deutlich hinter den oben aufgeführten statutarischen Steuersatzsenkungen zurück blieb. Lediglich Österreich (-8.3 Prozentpunkte), die Niederlande (-7.7) sowie Deutschland (-7.6) konnten ihre Steuerattraktivität deutlich erhöhen, blieben allerdings weiterhin hinter dem Kanton Genf zurück, der den höchsten effektiven Durchschnittssteuersatz in der Schweiz aufwies.37 Insgesamt ging auch der Median der Schweizer Durchschnittssteuersätze im Zeitraum 2001-2009 um 1.5 Prozentpunkte zurück.
Es zeigt sich, dass die ressourcenstarken Kantone im Jahr 2009 gegenüber 2007 ihre Position im internationalen Vergleich entweder halten (Waadt und Genf) oder gar verbessern konnten. Am deutlichsten zeigt sich dies in Basel-Land (-4,4 Prozentpunkte), gefolgt von den Kantonen Nidwalden, Zug, Schwyz, Zürich und Basel-Stadt. Aber auch in den ressourcenschwachen Kantonen St. Gallen und Schaffhausen ist die effektive Steuerbelastung in diesem Zeitraum deutlich gesunken. Der Vergleich wird jedoch dadurch eingeschränkt, dass nicht sämtliche Kantone in die Untersuchung einbezogen wurden.
Effektive Durchschnittssteuerbelastung von hoch qualifizierten Arbeitskräften
Das ZEW (vgl. Elschner und Schwager 2005) hat neben der Steuerbelastung für Unternehmen auch die der hochqualifizierten Arbeitskräfte untersucht. Diese ist für die Standortattraktivität von besonderer Bedeutung, da Unternehmen vermehrt um hoch qualifizierte Mitarbeiter/innen konkurrieren. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, sind die Unternehmen oft gezwungen, die Steuern und Abgaben der hoch qualifizierten Arbeitskräfte je nach Verhandlungsmacht zu kompensieren. Die effektive Durchschnittssteuerbelastung zeigt an, wie hoch der Prozentsatz der Besteuerung ausfällt, wenn der Arbeitskraft ein Nachsteuereinkommen in der Höhe von 100'000 Euro vergütet werden soll.
36 Die anderen untersuchten ostasiatischen Standorte Peking und Shanghai konnten ihre kompetitive Position von 2007 (jeweils 21.4%) im Jahr 2009 nicht aufrechterhalten. Der effektive Durchschnittssteuersatz stieg auf jeweils 23.3%. 37 Berücksichtigt man jedoch regionale Steuerbelastungsunterschiede, so treten einige Bundesländer Deutschlands in Wettbewerb zu Genf und Basel.