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Vernehmlassung 2009/141: Bericht zur Zukunft der nationalen Infrastrukturnetze in der Schweiz · 71 Seiten
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Die Wechselwirkung zwischen Netz und Dienstleistung ist nicht in jedem Sektor gleich. Während es z.B. für die Konzipierung des Hochspannungsnetzes entscheidend ist zu wissen, woher die elektrische Energie stammt, spielt es für die Planung eines Grossflughafens keine wesentliche Rolle, wohin die Luftfahrtunternehmen fliegen. Es liegt somit auf der Hand, dass eine Strategie zur künftigen Entwicklung der Elektrizitätsinfrastruktur nicht ohne Einbezug der Kraftwerke und des grenzüberschreitenden Stromhandels formuliert werden kann, während für die Strategie der Entwicklung der Luftfahrt-Infrastruktur die Flugpläne der Carrier nicht von ausschlaggebender Bedeutung sind.
Sektor Netz (Infrastruktur) Prozess (Dienstleistung)
Strasse - Nationalstrassen - motorisierter individueller und öf-
- schweizerische Hauptstrassen fentlicher Personenverkehr
- Strassengütertransport
Schiene - Schienennetz - Personen-Fernverkehr
- Regionaler Personenverkehr
- Schienengütertransport
Luftfahrt - Landesflughäfen - ziviler Luftverkehr
- Flugsicherung
Strom - Hochspannungs-Leitungsnetz - Stromproduktion
- Kraftwerke - Stromübertragung
Gas - Hochdruck-Leitungsnetz - Gasproduktion und -distribution
Telekom - Fest- und Mobilfunknetze - Telekommunikationsdienste
- Rundfunk-Sendeanlagen - Rundfunkprogramme (Radio/TV)
2.2 Technisch-organisatorische Eigenschaften
Infrastrukturnetze bestehen aus Linien und Knoten, die eine Fläche (im Falle des Luftverkehrs den dreidimensionalen Raum) durchziehen. Je nach Zweck und Funktion sind Infrastrukturnetze unterschiedlich strukturiert, enthalten aber in der Regel mehrere Ordnungsebenen: einer verhältnismässig kleinen Anzahl von Hauptlinien und zentralen Knoten steht eine grössere Anzahl von Nebenlinien und peripheren Knoten gegenüber9. Ein Netz kann auch mehrere Teilnetze derselben Ordnungsstufe umfassen, also quasi ein «Netz der Netze» bilden10. Alle Elemente des Netzes sind auf vielschichtige Weise miteinander verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig. Diese systemische Interdependenz hat zur Folge, dass sich die Leistungsfähigkeit von Netzen nicht einfach aus der addierten Kapazität ihrer einzelnen Elemente ergibt, sondern massgeblich von der Abstimmung aller Elemente untereinander abhängt. So kann eine Störung oder ein Unterbruch auf einer Hauptlinie oder in einem zentralen Knoten im Extremfall das ganze Netz lahmlegen, falls es keine annähernd gleichwertigen Umgehungsmöglichkeiten (Redundanzen) für diesen Engpass gibt.
9 Beispielsweise ist das Schweizer Nationalstrassennetz Teil des übergeordneten europäischen Fernstrassennetzes («Europastrassen») und wird seinerseits durch immer feinmaschigere untergeordnete Haupt-, Kantons- und Gemeindestrassennetze ergänzt.
10 So gibt es im Schweizer Schienennetz mehrere regionale S-Bahn-Systeme, die über das Fernverkehrsnetz miteinander verknüpft sind.