Bericht und Vorlage
Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten
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Grundzüge der Vorlage
Im Bereich der Versorgungssicherheit soll der Fokus primär auf die Nettoproduktion gelegt werden. Das bestehende Produktionspotenzial für Nahrungs- und Futtermittel soll besser ausgenutzt und dementsprechend die Nettoproduktion bis 2017 um 900 Terajoule gesteigert werden. Bei der Bruttoproduktion wird ein geringerer Anstieg anvisiert (+600 TJ), so dass ein Teil der Importfuttermittel durch inländische Futtermittel subsituiert werden kann. Ebenfalls angestrebt wird eine Reduktion des Flächenrückgangs im Dauersiedlungsgebiet auf unter 1000 Hektaren pro Jahr.
Im Bereich der natürlichen Lebensgrundlagen wird eine Verbesserung der Stickstoff- und Phosphoreffizienz um durchschnittlich 1,3 bzw. 1,0 Prozent pro Jahr angestrebt. Unter der Annahme, dass das Ziel zur Nettoproduktion erreicht wird, entspricht dies einem Stickstoffüberschuss von 98 000 Tonnen bzw. einem Phosphorüberschuss von 5 400 Tonnen. Dadurch verringern sich die umweltbelastenden Verluste an Ammoniak und Nitrat und die endliche Ressource Phosphor wird schonender genutzt. Bezüglich Ammoniak wird eine Verringerung der Emissionen auf 43 000 Tonnen Stickstoff angestrebt. Im Bereich der Biodiversität bleibt die Zielgrösse von 65 000 Hektaren BFF im Talgebiet bestehen. Zudem soll der Anteil der BFF, die vernetzt sind und die Qualitätskriterien gemäss ÖQV erfüllen auf 50 Prozent bzw. 40 Prozent gesteigert werden.
Bei der Kulturlandschaft besteht die Zielsetzung darin, den Waldeinwuchs gegenüber heute zu reduzieren. Da die aktuellsten Zahlen zur Arealstatistik noch nicht vorliegen, kann kein absoluter Zielwert gesetzt werden. Gegenüber der Vorperiode 1992/97 bis 2004/09 wird eine Reduktion des Flächenverlusts durch Waldeinwuchs um 20 Prozent angestrebt. Eine Definition von quantifizierbaren Ziele auf nationaler Ebene für die Landschaftsqualität ist gegenwärtig nicht möglich.
Beim Tierwohl wird angestrebt die Beteiligung bei den bestehenden BTS- und RAUS-Programmen weiter zu erhöhen. Ein spezifischer Fokus soll im RAUS-Programm auf die Kälber gelegt werden, wo gegenüber 2009 eine Beteiligungszunahme um 8 Prozentpunkte angestrebt wird.
Die Ziele bei der Ökonomie bezwecken erstens die Ausnützung des bestehenden Effizienzverbesserungspotenzials durch eine Steigerung der Arbeitsproduktivität um 2,0 Prozent pro Jahr. Zweitens soll mit den Investitionen der Kapitalstock weiterhin in rund 30 Jahren erneuert werden.
Das Ziel im Bereich Soziales zielt darauf ab, die Arbeitsentlöhnung pro Arbeitskraft um 1,6 Prozent pro Jahr zu verbessern. Das Ziel ist so gewählt, dass es sowohl die nicht entlohnten Beschäftigten (Familienarbeitskräfte) als auch die entlohnten Beschäftigten (Fremdarbeitskräfte) in der Landwirtschaft berücksichtigt.
Die vorgeschlagenen Ziele sind kohärent und berücksichtigen die bestehenden Zielkonflikte. Die verwendeten Indikatoren stellen eine Auswahl dar, an denen die AP 14-17 gemessen werden soll. Die anderen Indikatoren im Bereich der Nachhaltigkeitsbeurteilung und der gemeinwirtschaftlichen Leistungen werden jedoch weiterhin beobachtet und in die Beurteilung der vorgeschlagenen Politik mit einfliessen.