Bericht und Vorlage
Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten
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Grundzüge der Vorlage
Der technische Fortschritt und die weitere Steigerung der Effizienz führen dazu, dass weniger Arbeitskräfte in der klassischen landwirtschaftlichen Produktion benötigt werden. Die Strukturen müssen dieser Entwicklung folgen. Der Ausbau der landwirtschaftsnahen Tätigkeiten, Diversifizierung (z.B. Agrotourismus oder Energieproduktion) sowie eine stärkere Vernetzung mit den regionalen Akteuren tragen dazu bei, dass eine möglichst hohe Wertschöpfung im ländlichen Raum erzielt werden kann. Dies ist die beste Voraussetzung, um eine sozialverträgliche Entwicklung zu gewährleisten. Eine wichtige Ressource des ländlichen Raums ist die Kulturlandschaft, die es zum Nutzen der Bevölkerung weiterzuentwickeln gilt. Synergien, beispielsweise mit dem Tourismus, sind verstärkt zu nutzen.
4. Innovation und Unternehmertum in der Land- und Ernährungswirtschaft fördern
Innovation ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Die landwirtschaftliche Forschung, Bildung und Beratung haben diesbezüglich weiterhin einen entscheidenden Beitrag zu leisten. Innovation soll auf allen Ebenen (Organisation, Produktionsverfahren, Produktentwicklung, Vermarktung etc.) ermöglicht und günstig beeinflusst werden. Der unternehmerische Spielraum der Akteure soll erweitert werden, und der administrative Aufwand muss verhältnismässig sein. Wichtig ist auch die verstärkte Zusammenarbeit und Vernetzung innerhalb der Landwirtschaft und zwischen den verschiedenen Akteuren in der Ernährungskette. Aufgrund der Produktivitätssteigerungen kann die Abhängigkeit der Land- und Ernährungswirtschaft von der staatlichen Stützung weiter reduziert werden. Innovation soll zudem die Effizienz bei der Ressourcennutzung verbessern und damit auch zu einer verminderten Umweltbelastung beitragen.
1.6 Ziele im Zeithorizont 2014-2017
Die Agrarpolitik muss so weiterentwickelt werden, dass die gemeinwirtschaftlichen Leistungen in Bereichen mit Ziellücken stärker gefördert werden und insgesamt eine nachhaltige Entwicklung des Sektors möglich ist. In Ziffer 1.2.2 wurde dargelegt, in welchen Bereichen heute Ziellücken bestehen. Darauf aufbauend werden für die Zeitperiode 2014-2017 quantifizierte Ziele festgelegt. Dabei gilt es die Synergien und Zielkonflikte angemessen zu berücksichtigen. Aufgrund des mehrdimensionalen Zielsystems der Agrarpolitik (Multifunktionalität) und den gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Zielen sind Verbesserungen nur schrittweise realisierbar. Erschwerend kommt hinzu, dass sich in verschiedenen Bereichen Verbesserungen nur über längere Zeiträume hinweg realisieren lassen (z.B. Fortschritte im Bereich der Biodiversität).
Wichtige Zielkonflikte, die es zu berücksichtigen gilt, bestehen zwischen der Kalorienproduktion und gewissen ökologischen Indikatoren wie beispielsweise der Quantität der Biodiversitätsförderflächen (BFF), zwischen der Strukturentwicklung (Arbeitsproduktivität) und der Sozialverträglichkeit oder teilweise zwischen der Luftreinhaltung und dem Tierwohl. Es wäre grundsätzlich möglich, in einzelnen dieser Zielbereichen grössere Fortschritte zu erreichen, das jedoch nur auf Kosten der Zielerreichung in anderen Bereichen. Im Gegenzug gilt es mögliche Synergien