Bericht und Vorlage
Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten
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Bisherige Entwicklung der Agrarpolitik
formellen Arbeitsverhältnisses mit allen sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen).
In der Regel sind die Mitglieder einer bäuerlichen Familie im Rahmen ihrer Möglichkeiten mehr oder weniger stark auf dem Betrieb engagiert. Dabei ist die Bedeutung der Frauen mit ihren vielfältigen Aufgaben im Bauernhaushalt und auf dem Betrieb, bei der Erziehung der Kinder und Pflege der (Schwieger-)Eltern, in ihrer beruflichen Tätigkeit ausserhalb des Betriebs und bei weiteren Engagements besonders gross. Die Rolle der Frauen wird dabei sehr unterschiedlich gelebt – von überhaupt keiner Mitsprachemöglichkeit bis zu alleiniger Entscheidungskompetenz. Immer mehr junge Frauen haben keinen bäuerlichen Hintergrund: Sie bringen neue Ideen und Impulse auf einen Betrieb, haben einen frischen Blick auf Herausforderungen und initiieren neue Angebote wie beispielsweise soziale Dienstleistungen. Andere Wertvorstellungen und ein Bruch mit Traditionen können jedoch zu Konflikten mit der älteren Generation führen, gerade bei knappen Wohnverhältnissen oder starren Rollenvorstellungen, und die Partnerschaft belasten.
Die Bäuerinnen und Bauern sind den gegenwärtigen Veränderungen in der Landwirtschaft gleichermassen ausgesetzt. Die hohe Arbeitsbelastung der Bauernfamilien und neue Herausforderungen und Angebote legen eine Änderung der Verteilung und der Gewichtung der einzelnen Aufgaben sowie eine flexible Arbeitsteilung nahe. Dies kann bedeuten, dass die Bäuerinnen für ihre neuen und zusätzlichen Aufgaben in anderen Bereichen entlastet werden (Kinder, Haushalt, Selbstversorgung). Es ist Sache der einzelnen Familie, die konkret beste Lösung zu finden und eine Überbelastung der Bäuerinnen zu vermeiden oder abzubauen.
Ergebnisse der Schweizerischen Gesundheitsbefragung aus den Jahren 1997, 2002 sowie 2007 geben keine eindeutigen Hinweise auf eine mögliche Überbelastung der Bäuerinnen: Einige Resultate der Gesundheitsbefragung könnten ein Anzeichen dafür sein, dass die Bäuerinnen stärker unter Druck sind als früher - im Gegensatz zu den Bauern resp. zur übrigen Bevölkerung verschlechterte sich der selbstwahrgenommene Gesundheitszustand der Bäuerinnen, ebenso nahm die Schwäche / Müdigkeit bei ihnen zu. Andere Indikatoren hingegen verbesserten sich bei den Bäuerinnen wie etwa der Rückgang der Ein- und Durchschlafstörungen oder der Schmerzmittelkonsum, der sich ebenfalls reduzierte.
1.2.2.6 Futtermittelbilanz
Rund drei Viertel der LN wird heute als Grünland genutzt. Entsprechend wichtig ist die Verwertung des Raufutters mit Wiederkäuern. Rund zwei Drittel des gesamten Futtermittelbedarfs in der Schweiz werden heute durch die Produktion von Raufutter auf Grasland gedeckt (mehrjähriger Futterbau).