Bericht und Vorlage
Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten
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Grundzüge der Vorlage
mitteln, also von Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln, Saatgut und Tierarzneimitteln, in der Schweiz sowie in Deutschland und Frankreich verglichen und detailliert analysiert56. Dabei wurde festgestellt, dass vor allem die Eigenheiten der Schweiz (hohes Lohnniveau, hoher Lebensstandard und Kleinräumigkeit, kleiner Markt mit geringen Bezugsmengen usw.) sowie die Effizienz ihres Einsatzes die höheren Kosten verursachen. Die gesetzlichen Vorschriften für die Schweizer Landwirtschaft haben also nur eine kleine kostentreibende Wirkung. Ein Baukostenvergleich57 zwischen der Schweiz, Österreich, Deutschland und Frankreich zeigt ein ähnliches Bild. Für die im Ausland tieferen Baukosten sind insbesondere die hohen Eigenleistungen mit bescheidener Lohnforderung, weniger massgeschneiderte Lösungen sowie niedrigere Lohn- und Materialkosten verantwortlich.
Im Rahmen des internationalen Netzwerks agri benchmark werden für die wichtigsten Produktionsregionen der Welt regionaltypische landwirtschaftliche Betriebe mit ihren Produktionssystemen und -kosten analysiert. Pro Hektare weisen die Betriebe der mitteleuropäischen Landwirtschaft im weltweiten Vergleich sehr hohe Mehrkosten aus. Neben den Intensitätsunterschieden sind die höheren Kosten je Hektare in der europäischen Landwirtschaft insbesondere auf höhere Preise für Arbeit und Boden zurückzuführen. Vergleicht man die Kosten je Tonne Output, so zeigen sich bei Weizen nur geringe Kostennachteile, während bei Ölsaaten und bei Rindfleisch immer noch Mehrkosten in einer Grössenordnung von 100 Prozent verbleiben. Nur ein sehr kleiner Teil der Mehrkosten je Hektar ist aber auf höhere Umweltauflagen zurückzuführen.
Eine Studie aus dem Jahr 2010 ermittelte für einen typischen ostdeutschen Ackerbaubetrieb, dass die Umweltauflagen (Einschränkungen bei der Ausbringung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, Auflagen im Rahmen der Cross Compliance, Errichtung von EU-konformen Lagerräumen für Pflanzenschutzmittel und Diesel, Beschränkungen bei der Ausbringung von Dünger, naturschutzrechtliche Restriktionen, Humusmanagement) für 1,6 Prozent (Weizen) bzw. 1,7 Prozent (Raps) der Kosten pro Tonne verantwortlich sind. Die Kosten pro Hektare betragen ca. 19 €/Hektare58.
Vereinfachung und Flexibilisierung von Vorschriften und Auflagen
Im Vernehmlassungsbericht zur AP 2011 wurden im Kapitel Kostensenkung und Verstärkung des Wettbewerbs (S. 277-307) in verschiedenen Bereichen Vorschläge für Vereinfachungen von Auflagen formuliert und/oder Vergleiche zur EU angestellt. Diese Vorschläge wurden einer Evaluation unterzogen. Nachfolgend werden kurz die wesentlichsten Ergebnisse dieser Evaluation gezeigt sowie auf zusätzliche Punkte eingegangen, die eine Vereinfachung und Flexibilisierung von Vorschriften und Auflagen zur Folge haben.
56 Raaflaub M. und Genoni M. (2005): Preise für landwirtschaftliche Produktionsmittel in der Schweiz und in den EU-Nachbarländern Deutschland und Frankreich, Studie im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft.
57 Van Caenegem L. (2003): Baukostenvergleich zwischen der Schweiz, Österreich, Deutschland und Frankreich, FAT-Bericht Nr. 595.
58 Plankl R. et al. (2010): Quantifizierung gesellschaftlich gewünschter, nicht marktgängiger Leistungen der Landwirtschaft, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, Braunschweig.