Bericht und Vorlage

Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten

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Grundzüge der Vorlage

Abbildung 25

Zusammensetzung des Futtermittelaufkommens 2008

3% 3%

Mehrjähriger Futterbau

13%

Grünmais

Getreide (inkl. Bruchreis)

8%

Nebenerzeugnisse aus

Verarbeitung (v.a. Ölkuchen) 6%

Futtermittel tierischen 67% Ursprungs

Übriges

Quelle: SBV

Im Mittel der Jahre 2006/08 betrug der Anteil der Inlandproduktion am Gesamtfutterbedarf bei der Bruttoenergie 88 Prozent und beim Rohprotein 80 Prozent. Der Import von Futtermitteln hat seit 2000/02 um gut 200‘000 Tonnen zugenommen (+29 %). Der zunehmende Import von Futtermitteln ist von verschiedener Seite in Kritik gekommen. Umweltorganisationen bemängeln, dass einerseits der Anbau der Futtermittel in den Exportländern (z.B. Brasilien) wertvolle Ökosysteme bedrohe und andererseits mit den Futtermitteln grosse Nährstoffmengen in die Schweiz importiert würden, welche die Gewässer eutrophieren und die Biodiversität beeinträchtigen. Von bäuerlicher Seite wird moniert, dass mit dem zunehmenden Futtermittelimport die Versorgungssicherheit in der Schweiz sinke.

Die Zunahme der Importe ist nicht auf eine generelle Zunahme des Futtermitteleinsatzes zurückzuführen, sondern auf einen Rückgang der inländischen Futtermittelproduktion. Bei der Produktion von Futtergetreide ist zwischen 2000/02 und 2006/08 mit einer Abnahme um rund 130 000 Tonnen (-20 %) der stärkste Rückgang zu verzeichnen. Aufgrund des hohen Anteils des mehrjährigen Futterbaus am gesamten Futteraufkommen hat sich die leichte Abnahme der Produktion um 2 Prozent mengenmässig fast gleich stark ausgewirkt. Im Gegenzug haben die Grünmaisproduktion und die Nebenerzeugnisse aus der Verarbeitung (Ölkuchen, Zuckerrübenschnitzel) um 17 bzw. 12 Prozent zugenommen. Damit konnte der Rückgang der Futtergetreideproduktion teilweise kompensiert werden. Um den Bedarf zu decken, wurden 96 000 Tonnen mehr Futtergetreide und 58 000 Tonnen mehr Nebenerzeugnisse aus der Verarbeitung (v.a. Ölkuchen) eingeführt. Der Rückgang der Raufutterproduktion auf dem Grünland ist insofern erstaunlich, als die Fläche im beobachteten Zeitraum konstant geblieben ist. Auch mit der Zunahme der ökologischen Ausgleichsflächen lässt sich der Produktionsrückgang nur teilweise erklären. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Produktion auf dem intensiv und mittelintensiv bewirtschafteten Grünland leicht gesunken ist.