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Vernehmlassung 2010/28: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2012-2015 (Kulturbotschaft) · 94 Seiten
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2.2 Pro Helvetia
Fakten, Hintergründe, Herausforderungen
1939 hat der Bundesrat Pro Helvetia gegründet, um Patriotismus und Zusammenhalt des Landes zu stärken. 1949 wurde die damalige Arbeitsgemeinschaft zu einer Stiftung umgebaut. Sie sollte künftig als Agentur der Kulturwahrung nach innen und der Landeswerbung nach aussen fungieren. Mit Beginn der 1970er–Jahre wandelte Pro Helvetia sich zu einer Organisation, welche sich der Förderung des kreativen Schaffens und der kulturellen Beziehungspflege zwischen den Landesteilen und mit dem Ausland widmete. Die Gewichte verschoben sich von der geistigen Landesverteidigung und vom Kalten Krieg hin zum Dialog mit den umliegenden Kulturen und Ländern. Sowohl im Basisprogramm wie bei den von der Stiftung gesetzten Akzenten kommen die besten Künstler aller Gattungen und Landesteile zum Zuge. Projekte, welche Pro Helvetia unterstützt oder gelegentlich selber initiiert, bauen prinzipiell auf Partnerschaft. Partnerschaft bedeutet, dass die Veranstalter, Verleger oder Aussteller im In- und Ausland massgeblich an der Entwicklung und – proportional zu ihrer Leistungskraft – an der Finanzierung beteiligt sind. Damit legt Pro Helvetia die Schwelle für die Präsentation von Kunst aus der Schweiz höher als ihre Nachbarn und garantiert ein ernsthaftes und nachhaltiges Engagement der gastgebenden Institutionen und Länder. Auch durch die Praxis, die kulturellen Interessen neben den politischen und wirtschaftlichen als eigenständige Sphäre zu bewahren, hat Pro Helvetia sich im Ausland hohe Glaubwürdigkeit erarbeitet. Die Stiftung gilt im internationalen Kontext als unbürokratisch und qualitätsorientiert, die Schweiz als Land mit Mut zu künstlerischer Innovation, mit einer vielgestaltigen Kultur und Sinn für ein pragmatisches Vorgehen. Damit trägt Pro Helvetia zum Ansehen der Schweiz im Ausland bei.
Die Stiftung bearbeitet jedes Jahr 3 500 Gesuche; knapp die Hälfte der Projekte wird finanziell unterstützt. Die Spannweite der Beiträge liegt zwischen 500 und 200 000 Franken. Pro Helvetia betreibt ein Kulturzentrum in Paris, finanziert die Kulturarbeit des Istituto Svizzero di Roma, des Swiss Institute New York und betreibt Verbindungsbüros in Warschau, Kairo, Kapstadt, New Delhi und Shanghai. Seit 2003 realisiert Pro Helvetia – durchwegs in Partnerschaft mit dem EDA – auch Länderprogramme, welche zu dauerhafter Zusammenarbeit auf künstlerischer und kultureller Ebene führen und der Wahrung der schweizerischen Interessen dienlich sind. Für Veranstalter im Ausland hat die Stiftung 2009 eigens die Promotionsplattform «Compass» ins Internet gestellt, ein Schaufenster mit mehr als 100 aktuellen, tourneebereiten Schweizer Kulturproduktionen aller Disziplinen.
Strukturelle Vereinfachungen, Auslagerungen sowie eine konsequente Digitalisierung der Arbeitsprozesse (elektronische Gesuchseingabe und -verarbeitung) machen es möglich, dass die Stiftung heute mit nur 13 Prozent Administrations- und 7 Prozent Projektbegleitkosten55 operiert.
55 Gemäss den Normen der Schweizerischen Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Spenden sammelnde Organisationen (ZEWO).