Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten
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Ergebnisse der Auswertung
Würdigung
Der Opalinuston weist in der betrachteten Tiefe von einigen hundert Metern eine sehr geringe hydraulische Durchlässigkeit, ein gutes Selbstabdichtungsvermögen und sehr gute Sorptionseigenschaften auf. Berechnungen des ENSI zeigen, dass eine 100 m dicke Schicht des Opalinustons die radioaktiven Stoffe langfristig zurückhält und dabei das in der Richtlinie ENSI-G03 festgelegte Schutzkriterium eingehalten wird. Die Resultate der Sicherheitsanalysen der Nagra und die guten Eigenschaften des Gesteins sind durch ENSI, KNS und ein internationales Expertengremium der OECD/NEA (2004) bei der Überprüfung des Entsorgungsnachweises HAA bestätigt worden. Bei der Überprüfung der Standortgebietsvorschläge zu Etappe 1 kommen sowohl das ENSI als auch die KNE und die KNS sowie die AG SiKa der Kantone zum Resultat, dass der Opalinuston für die Lagerung radioaktiver Abfälle gut geeignet ist. Die KNS empfiehlt zudem eine Fokussierung auf dieses Wirtgestein für alle Lagertypen. Auch aus Sicht der deutschen Expertengruppe ESchT erscheint der Opalinuston aufgrund seiner lithologischen Eigenschaften als das am besten geeignete Wirtgestein im geologischen Inventar der Schweiz.
Die langfristige Korrosion der Behälter und der metallischen Teile produziert Gas. Die Gasbildung und der Gastransport werden in Kapitel «3.6.9 Gasbildung und Gastransport im geologischen Tiefenlager» bewertet.
Der von den Stellungnehmenden erwähnte Wärmeeintrag durch die Abfälle und dessen Einfluss auf den Opalinuston wird in Kapitel «3.6.11 Rückholbarkeit und Überwachung» beurteilt.
Die bautechnische Machbarkeit wird in jeder Etappe des Sachplans überprüft. Tonreiche Gesteine sind bautechnisch anspruchsvoll. So müssen – abhängig von der Bautiefe – zur Tunnelauskleidung Stützelemente (z. B. Metallanker, Spritzbeton) eingesetzt werden. Das ENSI kommt in seinen bisherigen Beurteilungen zum Schluss, dass bei einer geeigneten Auslegung des Lagers die Wechselwirkung zwischen Spritzbeton und Opalinuston nur geringfügigen Einfluss auf die Langzeitsicherheit hat.
3.5.7.2 Effinger Schichten, Brauner Dogger und Helvetische Mergel
Die grundsätzliche Eignung der Effinger Schichten als Wirtgestein wird seitens einiger Stellungnehmenden bezweifelt (Kanton SO, Regionalverein OGG, Gemeinden Boningen, Härkingen, Neuendorf, Rickenbach SO, Stüsslingen, Trimbach, Walterswil SO, Wangen bei Olten und Wolfwil). CHGEOL weist darauf hin, dass einzelne Verbandsmitglieder aufgrund der Kalkbänke und vereinzelter Kalkbankabfolgen einige «Fragezeichen» bei den Effinger Schichten setzen. In den Stellungnahmen wird auf die gegenüber anderen Wirtgesteinen ungenügenden Kenntnisse hingewiesen (Kantone BS, SO und TG, Gemeinde Stüsslingen). Bezüglich der Eignung der Effinger Schichten wird auf den heterogenen Gesteinsaufbau und die damit verbundenen Ungewissheiten bei der Charakterisierung und Prognostizierung hingewiesen (Kanton TG, Gemeinde Stüsslingen, CHGEOL). Die Gemeinde Stüsslingen erachtet die Effinger Schichten aufgrund der heterogenen Gesteinseigenschaften und der Klüftung als ungeeignet und beurteilt aufgrund dieser Eigenschaften auch die Kombination von Effinger Schichten und Opalinuston für ein SMA-Lager als ungeeignet.
Der Kanton BS merkt an, dass bei den Gesteinen des Braunen Doggers, der Effinger Schichten und des Helvetischen Mergels grosse Ungewissheiten bezüglich Barriereeigenschaften, Prognostizierbarkeit und technischer Machbarkeit bestehen. Der Kanton TG weist ebenfalls darauf hin, dass sich der gut dokumentierte Opalinuston dem Braunen Dogger und den Effinger Schichten mit ihrer «fraglichen Architektur» gegenüberstehen.
Würdigung
Die Effinger Schichten werden, in Kombination mit Opalinuston, als Wirtgestein ausschliesslich für ein SMA-Lager im Standortgebiet «Jura-Südfuss» vorgeschlagen. Die Aussagen der Stellungnehmenden zur erhöhten tektonischen Zergliederung des Untergrundes als Folge der Jurafaltung und nordwärts gerichteter Scherung der Sedimente ist im Einklang mit den Aussagen der Nagra sowie von ENSI, KNE und KNS. Der Heterogenität der Effinger Schichten (insbesondere im Vergleich mit dem Opalinuston) und der