Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten

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Bericht über die Ergebnisse der Anhörung zu Etappe 1

3.5.7.1 Opalinuston

Die Opalinustonschicht wird von diversen Stellungnehmenden als zu dünn oder ungeeignet angesehen (Grüne Bezirk Bülach, Klar! Züri Unterland, NWA Basel, Stadt Wehr, ÖDP Kreisverband Waldshut, BUND RV Hochrhein, BUND RV Südlicher Oberrhein, Bürgerinitiative Hochrhein Aktiv e. V., Einzelpersonen). Aus Sicht der Gemeinde Wilchingen ist die Einstimmigkeit, mit welcher der Opalinuston als geeignetes Wirtgestein empfohlen wird, bedrohlich. Dies einerseits, weil bis vor kurzem das Kristallin als geeignet betrachtet wurde, andererseits aufgrund vieler Bedenken bezüglich der ungenügenden Mächtigkeit des Opalinustons an den vorgesehenen Standorten. Die Gemeinden Hallau und Feuerthalen verweisen auf frühere Bemühungen, nach denen Kristallingestein oder Salz als «das richtige» Gestein angesehen worden seien. Ecologie libérale führt als Wirtgesteine früherer Bemühungen den Kristallin und den Anhydrit auf.

Die Grüne Partei Schweiz schreibt, dass es nicht klar sei, wie sich die Tonmineralien des Wirtgesteins während der langen Einlagerungszeit unter erhöhten Temperaturen verhalten würden. Der gleiche Aspekt wird seitens der Stadt Schaffhausen, der Gemeinde Oberhallau, ÖBS, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Greenpeace, NOE, Pro Natura Schweiz, SES, WWF Schweiz, BUND Reichenau, Klar! e. V. und Waerland-Bund e. V. angeführt. Die Gemeindepräsidentenkonferenz Rafzerfeld, die Aktiven Bürger Geisingen, der ÖDP Kreisverband Waldshut, Waerland-Bund e. V. sowie Einzelpersonen weisen darauf hin, dass Ton grundsätzlich hitzeempfindlich ist und bei Wasserverlust zur Versprödung neigt. Das im Opalinuston gespeicherte Salzwasser beschleunige die Korrosion der Abfallbehälter, der dabei entstehende Wasserstoff dehne sich aus und könne schliesslich den Ton aufsprengen, so SP Beringen, SP SH, NWA Basel, Waerland-Bund e. V. und Einzelpersonen. Klar! Züri Unterland weist darauf hin, dass unklar sei, wie sich das Wirtgestein unter der erhöhten Wärmeabgabe des eingelagerten Atommülls über die lange Zeitdauer verändern werde. Für die Aktiven Bürger Geisingen ist Opalinuston ein völlig falsches Gestein zur Endlagerung der radioaktiven Abfälle, da der Ton auf hohe Temperaturen mit Austrocknung reagiere und über lange Zeiträume seine Dichtigkeit in Frage gestellt werden müsse.

Stellungnehmende aus Deutschland verweisen auf Erklärungen von Landesregierungen, wonach, zumindest auf deutscher Seite, der Opalinuston als Wirtgestein ungeeignet sei (ÖDP Kreisverband Waldshut, BUND RV Hochrhein, BUND RV Südlicher Oberrhein). Auf die Erklärung der Landesregierung von Baden-Württemberg weist auch Klar! Züri Unterland hin. Ecologie libérale nimmt Bezug auf negative Erfahrungen mit Abfallgruben der Basler Chemie und mit dem Endlagerprojekt Asse und stellt die Frage, ob man wohl in 20 Jahren den Opalinuston noch als sichere Lösung bezeichnen würde.

Die Grünen Stadt Bülach fragen, wie ein Zugangsstollen in die Opalinuston-Schicht hinein erstellt werden könne, ohne die Dichtigkeit des Gesteins zu schwächen. Nach Auffassung der Bürgerinitiative Hochrhein Aktiv e. V. kann nicht vorausgesagt werden, wie sich die künstliche Veränderung des Opalinustons durch den Bau des Lagers, der Einlagerung von radioaktiven Abfällen und deren Behältermaterialien auf die mikrobielle Gemeinschaft des Opalinustons auswirke. Auch die Gemeinde Allensbach erachtet die Angaben zur bautechnischen Machbarkeit für das Wirtsgestein Opalinuston insgesamt als zu positiv und zu optimistisch. Der Landkreis Konstanz ergänzt, dass auch für die ESchT die verwendeten Bewertungsskalen zur bautechnischen Machbarkeit für das Wirtsgestein Opalinuston insgesamt zu positiv seien. Die Gemeinden Feuerthalen und Hallau geben zu bedenken, dass der Opalinuston durch den Bau verletzt würde und sich der Untergrund dadurch deformieren könnte, wodurch Klüfte und neue Wasserwege entstehen könnten und eine Verseuchung des Grundwassers möglich wäre. Für KAIB ist nicht abschätzbar, wie sich der Opalinuston während und nach den beträchtlichen baulichen Tätigkeiten verändere. Der Kanton TG weist darauf hin, dass bei Gesteinsüberdeckungen von über 500 m den beachtlichen bautechnischen Standsicherheitsproblemen im Opalinuston besondere Beachtung zu schenken sei. LoTi und eine Einzelperson merken an, dass grosse Unklarheiten zur Bautechnik im Opalinuston vorhanden seien. Die Gemeinde Oberhallau, die Grüne Partei Schweiz, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Greenpeace, NOE, Pro Natura Schweiz und SES erläutern, dass Spritzbeton, welcher für die Verstärkung der Lagerstollen vorgesehen ist, zur Veränderung der Mineralien des Opalinustons führe.

Die SPD Jestetten-Altenburg fragt, welche Auswirkungen eine mögliche Gasentwicklung sowie die Auskleidung oder die Verstärkung der Wände durch Spritzbeton auf den Opalinuston habe.