Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten
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Ergebnisse der Auswertung
gen Sicherheit bestehen. Dies betreffe z. B. die Langzeitstabilität der Behälter, die vor allem für HAA von Bedeutung sei. Die Nagra sehe Stahlbehälter vor, die eine Einschlussdauer von mindestens 10 000 Jahren gewährleisten sollen, so die österreichischen Stellungnehmenden. Hier bestehe weiterer Klärungsbedarf, ob dies tatsächlich gewährleistet werden könne.
Gemäss BMeiA, dem Land Vorarlberg, den Grünen Vorarlberg sowie österreichischen Einzelpersonen sind die von der Nagra getroffenen Annahmen und abgeleiteten Aussagen einschliesslich der jeweiligen Bewertung nicht auf eine reale (standortspezifische) Endlagersituation eines Einzel- oder Kombilagers übertragbar, da es sich bisher um rein generische Betrachtungen handle. Es wird betont, dass noch kein gesicherter abschliessender Wissensstand erreicht sei und daher Lücken der Vollständigkeit und Plausibilität der Betrachtungen vorlägen. Auch die Gemeinde Oberhallau hält fest, dass keine Klarheit darüber bestehe, welches Behältermaterial das richtige ist und ob ein solches überhaupt existiere. Die Verpackung des Atommülls für die Langzeitlagerung sei jedoch entscheidend für das Funktionieren der technischen Barrieren. KAIB stellt die Eignung des von der Nagra vorgeschlagenen Behältermaterials Stahl für hochaktive Abfälle in Frage. KAIB möchte wissen, warum auf besser geeignete, aber teurere Materialien verzichtet werde, und äussert den Verdacht, dass aus Kostengründen an der Sicherheit gespart werde. Mit Blick auf diverse ungeklärte Aspekte und die wechselnden Wirtgesteine in der Vergangenheit der schweizerischen Entsorgung hält die SP Beringen fest, dass das Sicherheitskonzept nicht überzeuge.
Würdigung
Die Langzeitsicherheit eines Tiefenlagers beruht auf der Rückhaltefähigkeit von technischen Barrieren (Behälter oder Verfüllung der Lagerstollen) als auch natürlichen Barrieren wie dem Wirtgestein und weiteren Gesteinsschichten zwischen dem Lager und der Biosphäre. Konzepte, deren Langzeitsicherheit auf menschlichem Handeln beruhen, können diese nicht gewährleisten. Die schweizerische Gesetzgebung sieht deshalb das Konzept der geologischen Tiefenlagerung vor. Das ENSI beurteilt das von der Nagra für geologische Tiefenlager vorgesehene Mehrfachbarrierensystem als geeignet, um den im KEG und in der Richtlinie ENSI-G03 geforderten dauernden Schutz von Mensch und Umwelt vor der ionisierenden Strahlung radioaktiver Abfälle zu gewährleisten.
Gemäss der Richtlinie ENSI-G03 haben die Entsorgungspflichtigen die zeitliche Einschlussfähigkeit der Lagerbehälter aufzuzeigen. Die Richtlinie fordert im Sinne einer Optimierung der Langzeitsicherheit eines Tiefenlagers, dass die Lagerbehälter für hochaktive Abfälle auf einen vollständigen Einschluss der Radionuklide während 1000 Jahren ab deren Einlagerung auszulegen sind. Die von der Nagra vorgesehene Verwendung dickwandiger Endlagerbehälter aus Stahl (bzw. aus alternativen Materialien) für hochaktive Abfälle setzt diese behördliche Forderung um.
Sowohl die Standortauswahl (drei Etappen im Sachplan geologische Tiefenlager) wie auch die Bewilligungen gemäss KEG (Rahmen-, Bau- und Betriebsbewilligung) vor dem Einlagern von radioaktiven Abfällen sind Verfahren, bei denen schrittweise geprüft wird, ob der notwendige Wissensstand ausreichend ist für die Erteilung einer Bewilligung. Dieses Vorgehen erlaubt es, die sicherheitsrelevanten Ungewissheiten systematisch abzubauen.
3.5.6 Identifizierung geeigneter geologisch-tektonischer Grossräume
Der Kanton BS beantragt, dass die Ausscheidung der geologisch-tektonischen Grossräume wie im Sachplan geologische Tiefenlager vorgesehen ohne den Einbezug des Kriteriums «räumliche Ausdehnung des Wirtgesteins» erfolgen müsse. Ausserdem sei angesichts der noch herrschenden Unsicherheiten bezüglich Neotektonik und Tiefenerosion noch vor einer Auswahl von Standortgebieten in Etappe 2 die Option für eine grössere Tiefenlage für HAA-Lager gemäss Aufforderung der KNS zu überprüfen. Auch der Kanton GE schliesst sich diesbezüglich den Empfehlungen der KNS an und schlägt vor, eine Lagerung in noch tieferen Gesteinsschichten in Betracht zu ziehen.
Für das BMeiA, das Land Vorarlberg und die Grünen Vorarlberg sowie Einzelpersonen hat die Nagra das Problem der Zusammenführung (Aggregation) in den Schritten 3 bis 5 unzureichend gelöst. Sie kritisieren das Vorgehen der Nagra betreffend der Aggregation der Einzelbewertungen zu einem Gesamter-