Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten

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Bericht über die Ergebnisse der Anhörung zu Etappe 1

Die Gemeinden Boningen, Härkingen, Neuendorf, Obergösgen, Rickenbach SO, Schönenwerd, Trimbach, Walterswil SO, Wangen bei Olten und Wolfwil sowie der Regionalverein OGG merken an, dass mit dem KKW Gösgen und dem Nasslager bereits heute eine hohe Konzentration an Atomkraft auf das Niederamt falle. Zudem befänden sich die Region im Richtplanverfahren für das neue KKW Niederamt, welches die Region zusätzlich belasten würde. Sie fürchten, dass bei einem Entscheid für ein geologisches Tiefenlager in der Region «Jura-Südfuss» das fragile sozioökonomische Gleichgewicht zerstört würde. Auch die Gemeinden Dulliken, Lostorf und Starrkirch-Wil, die SP Amtei Olten-Gösgen und SP SO sowie Einzelpersonen sprechen die bereits jetzt bestehende übermässige Belastung des Niederamtes durch atomare Anlagen an. Die SP Amtei Olten-Gösgen und die SP SO sind der Ansicht, die Bevölkerung der Region habe das Recht, nicht zum «atomaren Abfallkübel der Schweiz» werden zu müssen.

Die Stadt Aarau, die Gemeinden Erlinsbach SO, Hunzenschwil, Küttigen, Niedergösgen und Oberentfelden, die SP Amtei Olten-Gösgen, SP SO, SP Winznau, NOE sowie Einzelpersonen halten fest, dass die Region «Jura-Südfuss» eine sehr hohe Bevölkerungsdichte aufweise, was neben den geologischen Unsicherheiten gegen einen Standort als Tiefenlager für radioaktive Abfälle spreche.

Würdigung

Das Standortgebiet «Jura-Südfuss» wurde seitens ENSI und den Kommissionen KNE und KNS als geeignet bezeichnet. Unterschiede in der Bewertung zwischen Nagra und ENSI ergaben sich bei den Kriterien 2.3 «Lagerbedingte Einflüsse» und 2.4 «Nutzungskonflikte», bei denen das ENSI leicht kritischer bewertet. Das Standortgebiet «Jura-Südfuss» wird sowohl von der Nagra als auch vom ENSI bezüglich mehrerer Kriterien nur als bedingt günstig bewertet. Dennoch erfüllt das Gebiet alle Anforderungen.

ENSI, KNE und KNS kommen in ihren Überprüfungen zum Schluss, dass die Kenntnisse über das Standortgebiet für Etappe 1 ausreichend sind und empfehlen, das Standortgebiet in Etappe 2 weiter zu untersuchen. Die von den Stellungnehmenden bemängelten Aspekte bezüglich tektonischer Zergliederung, bautechnischer Schwierigkeiten, Zerklüftung der Effinger Schichten, Nutzungskonflikte sowie erschwerter Erkundung von der Oberfläche durch die starke Besiedlung sind erkannt, und ihr Einfluss auf die Langzeitsicherheit muss in den weiteren Analysen von der Nagra berücksichtigt werden.

3.5.8.3 Stellungnahmen zum Standortgebiet «Nördlich Lägern»

Die Stadt Bülach, die Gemeinde Endingen, das Forum Lägern-Nord und LoTi lehnen den Standortgebietsvorschlag «Nördlich Lägern» ab. Die Gemeinde Niederweningen vertritt aufgrund der noch offenen Fragen und dem ihrer Meinung nach voraussehbaren lmageverlust der Gegend eine kritisch-ablehnende Haltung gegenüber dem Bau eines Tiefenlagers in der Region «Nördlich Lägern».

Zum Standortgebiet «Nördlich Lägern» wird seitens der Gemeinden Stadel, Weiach und Wettingen darauf verwiesen, dass die Nagra das Gebiet am schlechtesten von allen drei HAA-Standortgebieten bewertet, und dass das ENSI das Standortgebiet zum Teil noch kritischer beurteilt. Der Gemeinde Wettingen zufolge ist die Standortregion «Nördlich Lägern» durch den Flugbetrieb des Flughafens Zürich bereits stark belastet (Immissions- und Planungswertüberschreitungen, Höhenbeschränkungen). Die Grünen Stadt Bülach beantragen, das Standortgebiet «Nördlich Lägern» aus Sicherheitsgründen als möglichen Standort zu entlassen bzw. auf den Status eines Reservestandorts zurückzustufen, da z. B. die Gefahr eines Flugzeugabsturzes auf die oberirdische Atomanlage bestehe. Die SP AG fordert, die massive Belastungen der Region «Nördlich Lägern» durch Immissionen des Flughafens Zürich-Kloten, der Flugschneisen durchs Surbtal-Wehntal, den geplanten gekröpften Nordanflug und durch grosse Kiesgruben (Rafzerfeld) bei der Standortwahl zu berücksichtigen.

Die Gemeinde Trasadingen, die Grünen AG und die Grüne Partei Schweiz, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Greenpeace, NOE, NWA Aargau, Pro Natura Schweiz, SES, WWF AG und WWF Schweiz sowie die Bürgerinitiative Hochrhein Aktiv e. V. fordern 3D-Seismik und gezielte Bohrungen, damit die vorgeschlagenen Standorte für hochaktive Abfälle miteinander verglichen werden können.