Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/119: Entwurf des Berichts des Bundesrates zur Strategie Bevölkerungsschutz und Zivilschutz 2015+ · 71 Seiten
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Bericht des Bundesrates über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz 2015+ Seite 15 _____________________________________________________________________________________
Es lassen sich grob zwei Modelle unterscheiden:
- Katastrophen- und Zivilschutzmodelle mit einem hohen Anteil an freiwilligem Per-
sonal, wie er in allen Nachbarstaaten der Schweiz zu finden ist; bei diesem Modell ist der Katastrophenschutz als System verschiedener Organisationen aufgebaut, sodass im Katastrophenfall die für die Bewältigung der Alltagsereignisse zuständigen professionellen Organisationen personell und materiell verstärkt werden können;
- ein «institutionalisierter» Ansatz mit einem weitgehend professionalisierten, integ-
rierten Rettungswesen für Brandbekämpfung, Rettung, Nothilfe und den Schutz in allen Lagen (vor allem in den skandinavischen Ländern).
Es gibt auch beim Bevölkerungsschutz Trends zur verstärkten internationalen Zusammenarbeit. So hat die EU 2007 beschlossen, zur Verbesserung der Krisenreaktionsfähigkeit die Mitgliedsstaaten zur Bereitstellung von Bevölkerungsschutz-Modulen anzuhalten. Die diesbezüglichen standardisierten Fähigkeitsprofile werden im Rahmen des EU Civil Protection Mechanism erarbeitet. In diesem Zusammenhang ist auch für die Schweiz der Zugang zum Monitoring and Information Centre wichtig, da es im Ereignisfall den Informationsaustausch ermöglicht. Daneben werden Mittel des Bevölkerungsschutzes, zum Beispiel im Rahmen der European Forest Fire Tactical Reserve, in Pools zusammengeführt und nach Bedarf den Mitgliedsstaaten zur Verfügung gestellt.
Wie in der Schweiz lässt sich in Europa eine generelle Bedeutungszunahme des Bevölkerungsschutzes – im Sinne eines zivilen Katastrophenschutzes – feststellen. Die Entwicklungen und Prioritäten haben sich deutlich von der klassischen Zivilverteidigung (civil defence) im Falle eines bewaffneten Konflikts zum Zivilschutz (civil protection) bei der Bewältigung von Katastrophen und Notlagen verschoben.