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Vernehmlassung 2011/3: Änderung des Börsengesetzes (Marktmissbrauch und Börsendelikte); Einladung zur Anhörung betreffen Art. 32 Abs. 4 BEHG · 18 Seiten

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Hält ein Anbieter hingegen bei Lancierung eines freiwilliges Angebots bereits mehr als 50% der Stimmrechte an der Zielgesellschaft („participation historique“), so gilt ein 60-Tage VWAP.29

4.5 Weitere Länder

[22] Das amerikanische Bundesrecht kennt keine Angebotspflicht. Die Möglichkeit der Bezahlung einer Kontrollprämie ist nicht per se ausgeschlossen, wird aber durch die allgemeinen gesellschaftsrechtlichen Treuepflichten beherrschender Aktionäre gegenüber Minderheitsaktionären beschränkt.30 Die einzelnen U.S.-Staaten können Sonderregelungen vorsehen. So haben beispielsweise Pennsylvania und Maine eine Angebotspflicht nach britischem Muster eingeführt. Japan und Brasilien kennen eine Angebotspflicht und lassen die Bezahlung von Prämien zu,

wobei in Brasilien die Höhe der Prämie ähnlich wie in der Schweiz beschränkt ist. China und Russland kennen ebenfalls eine Angebotspflicht, lassen aber die Bezahlung einer Prämie nicht zu.31

5. Entwicklung der Aktionärsstrukturen: Stand 1996 und Stand 2008

[23] Vor dem Hintergrund, dass die Zulassung der Kontrollprämie unter anderem mit der weiten Verbreitung von Familiengesellschaften in der Schweiz gerechtfertigt wurde, scheint es angebracht, die diesbezügliche Entwicklung zu betrachten.

[24] Bank Julius Bär untersuchte im Jahr 1996 die Besitzverhältnisse von Schweizer Aktien bei 112 der in der Schweiz kotierten Publikumsgesellschaften32. Daraus geht hervor, dass 41.07% (d.h. bei 46 der betrachteten Gesellschaften) von Einzelaktionären mit über 50% der Stimmrech-

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Article 233-3 RGAMF :„Si l'offre est une offre d'achat résultant de l'application du 1° de l'article 233-1 et sous réserve des dispositions des articles 231-21 et 231-22, le prix stipulé par l'initiateur de l'offre ne peut être inférieur, sauf accord de l'AMF, au prix déterminé par le calcul de la moyenne des cours de bourse, pondérée par les volumes de transactions, pendant les soixante jours de négociation précédant la publication de l'avis mentionné au premier alinéa de l'article 223-34, ou, à défaut, de l'avis de dépôt du projet d'offre mentionné à l'article 231-14. Pour les besoins de ce calcul, les cours et volumes utilisés sont ceux constatés sur le marché réglementé sur lequel les actions de la société visée bénéficient de la liquidité la plus importante.“

30

Karl Hofstetter/Evelyn Schilter-Heuberger, Art. 32, N 152 f. in: Basler Kommentar zum Börsengebis bis ter

setz, Finanzmarktaufsichtsgesetz, Art. 161, 161 , 305 und 305 Strafgesetzbuch, Rolf Watter/Nedim Peter Vogt (Hrsg.), 3. Auflage, Basel 2011; Christian Köpfli, Die Angebotspflicht im schweizerischen Kapitalmarktrecht, Zürich 2000, S. 73 und 76 ff. m.w.H.

31

Vgl. zum Ganzen Daniel Daeniker, Angebotspflicht und Kontrollprämie – die Schweiz gegen den Rest der Welt?, in: Mergers & Acquisitions XIII, Rudolf Tschäni (Hrsg.), S. 93 ff.

32

Bank Julius Bär, „Besitzverhältnisse von Schweizer Aktien“, in Marktübersicht Schweiz, Swiss Research, September 1996, S. 22-34.

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