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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten
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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011
Konsumentinnen und Konsumenten mit ihren Entscheiden und ihrem Handeln die Biodiversität oft täglich direkt oder indirekt beeinflussen.16
2.2 Messbarkeit
Aufgrund ihrer Komplexität lässt sich Biodiversität nur schlecht direkt messen. Die Indikatoren Biodiversitätskonvention und andere Akteure nutzen Indikatoren, um den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität zu beschreiben. Dabei lassen sich folgende Dimensionen von Indikatoren unterscheiden:
qualitative Indikatoren: z. B. Zustand der Ökosysteme;
quantitative Indikatoren: z. B. Anzahl der Arten;
direkte Indikatoren: z. B. Artenvielfalt einer Gruppe (z. B. Moose, Brutvögel, Heuschrecken) oder mehrerer Gruppen:
indirekte Indikatoren: z. B. Totalfläche aller Naturschutzgebiete.
Untersucht werden jeweils die drei Ebenen der Biodiversität (Ökosysteme, Arten, genetische Vielfalt). Messgrössen auf Ebene der Ökosysteme sind z. B. die Zahl verschiedener Lebensraumtypen, die natürlich, naturnah oder auch stark vom Menschen geprägt sein können. Die Vielfalt der Arten auf einer bestimmten Fläche ist ein weiteres wichtiges Mass für die Biodiversität. Zur Messung der genetischen Vielfalt sind meist aufwendige Labormethoden nötig. Meist genügt der Blick auf eine einzelne Ebene der Biodiversität nicht, oft können Veränderungen nur aus einer Kombination von indirekten Indikatoren abgeleitet werden.
Die Schweiz verfügt über verschiedene spezifische Monitorings betreffend Arten, Biodiversitätsmonitoring Artengruppen und Biotope. Sie hat auch ein Biodiversitätsmonitoring (BDM-CH) aufgebaut, das Hinweise auf die Veränderungen der Biodiversität der Schweiz über längere Zeit gibt. Als eines der ersten Länder hat die Schweiz ein Indikatorenset für Ökosystemleistungen vorgelegt und mit dessen Umsetzung begonnen.17 Noch fehlen aber Indikatoren auf Ebene der genetischen Vielfalt der Wildarten. Ausserdem werden gerade die seltenen Arten nur unzureichend erfasst.18
Die zukünftige Bewertung der Entwicklung der Biodiversität soll sich auf den Zeitpunkt der Inkraftsetzung der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz (NHV)19 vom 16. Januar 1991 beziehen. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Politik bezüglich des Schutzes der Biodiversität aktiv. Ziel war es, den damaligen Zustand der Biodiversität aufrecht zu erhalten, was bis heute nicht gelungen ist.
2.3 Bedeutung der Biodiversität für die Gesellschaft
Das Verständnis über die Bedeutung der Biodiversität ist stark geprägt von gesell- Wert der Biodiversität schaftlichen Wertvorstellungen. Diese verändern sich zwar mit der Zeit, mit Blick auf die Biodiversität finden sich jedoch wiederholt die Aspekte des Respekts vor der Natur, der Nutzung der Ressourcen der Biodiversität sowie der Nutzung ihrer Ökosystemleistungen wieder. Die Erhaltung und Förderung der Biodiversität wird in der Gesellschaft sowohl aus ethischen als auch aus ökonomischen Gründen als wichtig erachtet.
16 gfs.bern 2010: Studie Wahrnehmung und Einstellung zur Biodiversität. Schlussbericht 17 Staub C. et al. 2011: Indikatoren für Ökosystemleistungen. Systematik, Methodik und Umsetzu ngsempfehlungen für eine wohlfahrtsbezogene Umweltberichterstattung. Bern: Bundesamt für Umwelt. Umwelt -Wissen Nr. 1102 18 Biodiversitäts-Monitoring Schweiz. www.biodiversitymonitoring.ch/deutsch/aktuell/portal.php
19 Verordnung über den Natur- und Heimatschutz (NHV) vom 16. Januar 1991, SR 451.1