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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten

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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011

1 Einleitung

1.1 Ausgangslage

Die Biodiversität ist eine unerlässliche Grundlage für das Leben auf dieser Erde. Die Biodiversität als

Vielfalt an Ökosystemen, Arten und Genen sorgt unter anderem für sauberes Wasser Grundlage für das Leben und reine Luft. Zudem versorgt uns die Biodiversität mit natürlichen Ressourcen. Eine

Verschlechterung des Zustands der Biodiversität führt zu einer Gefährdung dieser

Leistungen. Aktuelle Erkenntnisse zeigen auf, dass man sich heute dieser Herausforde-

rung einer Zustandsverschlechterung der Biodiversität stellen muss. Die heute vom

Menschen verursachte Aussterberate übertrifft die natürliche Rate um das Hundert- bis

Tausendfache.1 , 2Etwa 75 % der genetischen Vielfalt von Kulturpflanzen sind seit

Beginn des 20. Jahrhunderts verloren gegangen3.

Die internationale Staatengemeinschaft hat erkannt, dass dem Verlust an Biodiversität Übereinkommen über die begegnet werden muss. So unterzeichnete die Schweiz im Jahr 1992 das Übereinkom- biologische Vielfalt men über die biologische Vielfalt4 (Biodiversitätskonvention, Convention on Biologi-

cal Diversity, CBD), das im Jahr 1995 in Kraft getreten ist5 und inzwischen 193 Ver-

tragsparteien zählt. Ziele dieses Übereinkommens sind die weltweite Erhaltung der

biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und die ausgewogene

und gerechte Aufteilung der Vorteile, die sich aus der Nutzung der genetischen Res-

sourcen ergeben. Zur Umsetzung der Biodiversitätsziele haben sich die Vertragsstaaten

verpflichtet, eigenständige nationale Strategien zu entwickeln6, 7.

Im Jahr 2002 einigten sich die Mitglieder der Biodiversitätskonvention auf das Ziel,

den Biodiversitätsverlust bis 2010 signifikant auf globaler, nationaler und regionaler

Ebene zu reduzieren8. Anlässlich der 10. Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversi-

tätskonvention im Oktober 2010 in Nagoya (Japan) musste jedoch festgestellt werden,

dass dieses Ziel von keinem der Vertragspartner erreicht werden konnte. Für die Jahre

2011–2020 wurde ein neuer strategischer Plan9 verabschiedet (siehe Kap. 3.3).

Mit Blick auf die Schweiz ziehen sowohl der OECD-Umweltprüfbericht Schweiz Zustand der Biodiversität 200710 wie auch der Berichte Umwelt Schweiz 200711 sowie der 4. Nationalbericht der

in der Schweiz

Schweiz über die Umsetzung der Biodiversitätskonvention12 eine negative Bilanz zum

Zustand der Biodiversität in der Schweiz. Auch die Schweizer Biodiversitätswissen-

schaftler kommen 2010 in einer umfassenden Analyse zum Schluss, dass der Biodiver-

1 Mace G. et al. 2005: Biodiversity. In: Ecosystems and Human Wellbeing: Current State and Trends (Hrsg. Hassan H., Scholes R., Ash, N.). Washington DC: Island Press, Chapter 4, S. 79–115

2 Bergamin F. 2011: Kontroverse um das Artensterben. Wissenschaftler bezeichnen Voraussagen von Aussterberaten als zu hoch. In: NZZ Online, verfügbar unter www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/kontroverse_um_das_artensterben_1.10693163.html [Stand 25.05.2011] 3 Botschaft von Ahmed Djoghlaf, Executive Secretary, Convention on Biological Diversity on the Occasion of World Food Day, October 16, 2009 – Achieving Food Security in Times of Crisis

4 Derzeit verfügen 173 Vertragsstaaten über nationale Biodiversitätsstrategien und entsprechende Aktionspläne www.cbd.int

5 SR 0.451.43

6 Artikel 6a der Biodiversitätskonvention 7 EU biodiversity strategy to 2020 (03.05.2011). http://ec.europa.eu/environment/nature/biodiversity/comm²006/2020.htm 8 6. Vertragsstaatenkonferenz, Biodiversitätskonvention, April 2002, COP Decision VI/26, B. Mission, Art. 11 9 10. Vertragsstaatenkonferenz, Biodiversitätskonvention, Oktober 2010, COP 10 Decision X/2, Strategic Plan for Biodiversity 2011–2020

10 OECD Umweltprüfberichte. www.oecd-ilibrary.org/environment/oecd-umweltprufberichte_19900155 11 Hrsg. BAFU und BFS (2007, 2009, 2011): Umwelt Schweiz. www.bafu.admin.ch/publikationen/00027/index.html?lang=de 12 BAFU (Hrsg.) 2010: Umsetzung der Biodiversitätskonvention. Kurzfassung des 4. Nationalberichts der Schweiz. Bundesamt für Umwelt, Bern