Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2012/44: Entsorgungsprogramm und Umgang mit den Empfehlungen in den Gutachten und Stellungnahmen zum Entsorgungsnachweis · 84 Seiten
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Stellungnahmen zum Entsorgungsprogramm
Lagerstandorts und der Lagerperimeter, Ausgestaltung der Lagerbauten und -phasen) an der minimalen Schädigung der Geosphäre ausgerichtet werden müssten. Die Gemeinden Buchs, Linn, Neuhausen am Rheinfall, Neunkirch und Remigen, der Grünen Bezirk Bülach, der Grünen Däniken, der Grünen ZH, KLAR! Züri Unterland, LoTi, NOE, SES und WWF Schweiz fordern, dass das Lagerkonzept bautechnisch optimal an das Wirtgestein angepasst wird, sodass die Ausbrüche im Wirtgestein auf ein Minimum reduziert werden.
Für das Österreichische Umweltbundesamt wurde das Lagerkonzept der Nagra erst in ziemlich allgemeiner Form an das Wirtgestein Opalinuston angepasst. Eine detaillierte Weiterentwicklung solle frühzeitig erfolgen, als Voraussetzung für die Detailentwicklung jener Elemente, die für eine Umsetzung des EKRA-Konzeptes als wesentlich angesehen werden. Als Beispiele zur Betrachtung von Varianten werden unterschiedliche Lösungen für die Einlagerung der Abfälle (Strecken- versus Bohrlocheinlagerung) oder für die Zugangsbauwerke (Schacht/Rampe) genannt.
Würdigung
Aus sicherheitstechnischen Gründen sind das Wirtgestein und das geologische Umfeld eines Lagers so gering wie möglich zu verletzen. Es hat eine Abwägung zwischen der Notwendigkeit von Einbauten, deren Dimensionierung und deren Nutzen für die Lagerung der Abfälle stattzufinden. Dies gilt gleichermassen auch für die Einrichtungen im Hinblick auf eine allfällige Rückholung der Abfälle: Auch diese Einrichtungen sind im Sinne der Langzeitsicherheit eines geologischen Tiefenlagers zu optimieren und deren Einwirkung auf das Wirtgestein auf ein Minimum zu beschränken.
Die lagerbedingten Einflüsse (d. h. die Wechselwirkung eines Tiefenlagers mit seiner geologischen Umgebung) werden bei der Standortauswahl anhand des sicherheitstechnischen Kriteriums 2.3 «Lagerbedingte Einflüsse» gemäss Konzeptteil SGT bewertet. Günstig sind Wirtgesteine, bei welchen lagerinduzierte Prozesse zu keiner wesentlichen Beeinträchtigung der Barrierenwirkung führen. Für unvermeidbare natürliche und durch das Lager verursachte Prozesse (wie z. B. die Gasentwicklung) muss die Nagra aufzeigen, dass deren Einfluss auf die Langzeitsicherheit keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Entsprechende Experimente laufen seit Jahren mit internationaler Beteiligung in den Felslabors der Schweiz (Grimsel und Mont Terri) und auch im Ausland (z. B. Bure in Frankreich).
Mit der Rahmenbewilligung werden das Wirtgestein und ein darauf abgestimmtes Lagerkonzept definitiv festgelegt. Die Nagra muss gemäss Richtlinie ENSI-G03 alternative Vorgehensweisen diskutieren und aufzeigen, aufgrund welcher sicherheitstechnischer Überlegungen sie sich für die vorgeschlagene Lösung entschieden hat und inwiefern diese gegenüber den lokalen geologischen Gegebenheiten und den sich daraus ergebenden lagerbedingten Einflüssen sicherheitstechnisch optimiert sind.
4.5.3.6 Technische Barrieren
Mechanische, chemische und mikrobielle Einwirkungen
Die Gemeinden Buchs und Linn, die Grünen Bezirk Bülach, die Grünen Däniken, die Grünen ZH, KLAR! Züri Unterland, LoTi, NOE, SES und WWF Schweiz fordern, dass die lagerbedingten Einflüsse auf das Gestein bei allen Prozessen berücksichtigt werden. Der Bau, die Einlagerung, der Betrieb und der Verschluss des Tiefenlagers sollten so konzipiert werden, dass diese möglichst wenig direkte und indirekte Einwirkungen auf das Wirtgestein haben. Dabei besonders zu beachten wären die langfristigen lagerbedingten Einflüsse (geochemische, mechanische Entwicklungen), aber auch die durch den Bau bedingten Auswirkungen, wie zum Beispiel Wassereinbrüche ins Tiefenlager. Greenpeace erwähnt den Einfluss des wärmebildenden Inventars, von Wasserstoffgasbildung und den Folgen der Interaktion von Gestein und Verfüllung mit Wasser. Die Stadt Schaffhausen sowie das MNA fordern eine vertiefte Untersuchung der möglichen Auswirkungen mikrobieller Aktivitäten in Tiefenlagern und die Berücksichtigung dieser Erkenntnisse. Die Stadt Schaffhausen fordert zudem den Einbezug neuer Erkenntnisse bzw. vertiefte Untersuchungen zum Temperatureinfluss auf die Dichte