Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2012/46: Energiestrategie 2050 · 138 Seiten

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(UVEK) und dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) verschiedene Varianten einer ökologischen Steuerreform zu prüfen und dem Bundesrat Empfehlungen zum weiteren Vorgehen zu unterbreiten.

1.3 Erstes Massnahmenpaket zur Umsetzung der Energiestrategie 2050

Nachfolgend wird das Massnahmenpaket zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 erläutert, dem der Bundesrat am 18. April 2012 zustimmte. Dabei handelt es sich um das erste von weiteren Paketen, die für den langfristigen und etappenweisen Umbau des Energiesystems bis 2050 nötig sein werden. Das Massnahmenpaket beruht auf einer konsequenten Umsetzung der Energieeffizienz im Gebäudebereich, bei Elektrogeräten, in der Industrie und in der Mobilität sowie auf dem geplanten Zubau erneuerbarer Energien und auf fossiler Stromproduktion. Damit sollen in erster Linie jene Effizienzpotenziale genutzt werden, welche die Schweiz bereits heute mit den vorhandenen oder absehbaren Technologien realisieren kann und für die noch keine tiefgreifende, internationale Zusammenarbeit mit der Europäischen Union und mit Drittstaaten erforderlich ist. Dabei wird das nachhaltig nutzbare Potenzial erneuerbarer Energien weitgehend erschlossen. Für ein zweites Paket wird eine neue Verfassungsgrundlage unumgänglich sein.

1.3.1 Massnahmen im Bereich der Energieeffizienz Gebäude

Ausgangslage

Mit einem Anteil von rund 46 Prozent am inländischen Energieverbrauch spielt der Schweizer Gebäudepark mit seinen 1,64 Millionen Wohngebäuden eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der Ziele der Energiestrategie 2050. Beim Verbrauch fossiler Energien beträgt der Anteil der Gebäude 49 Prozent und beim Elektrizitätsverbrauch 37 Prozent. Das jährliche Bauvolumen für alle Gebäude beträgt rund 44 Milliarden Franken. Die Quote der energetischen Sanierungen am bestehenden Gebäudebestand liegt bei 0,9 Prozent.

Insbesondere bei den bestehenden Gebäuden sind die Effizienzpotenziale und die Potenziale zur Nutzung von erneuerbaren Energien sehr gross. So weisen MINERGIE-Bauten52 im Vergleich zu Gebäuden aus den 1970er Jahren einen um durchschnittlich 70 Prozent geringeren Energieverbrauch auf. Die Rate der energetischen Gebäudesanierungen ist nach wie vor tief. Bei den Neubauten besteht ebenfalls beachtliches Effizienzpotenzial. Gemäss Bestrebungen der Kantone sollten sich Neubauten zukünftig im Bereich der Wärmeenergie ganzjährig möglichst selbst mit Energie versorgen und Anteile der Versorgung mit Elektrizität übernehmen können. Zu berücksichtigen ist, dass Gebäude eine sehr lange Lebensdauer und einen entsprechend langen Sanierungszyklus aufweisen. Beim Elektrizitätsverbrauch im Gebäudebereich bestehen vor allem in den Bereichen Klimatisierung, Lüftung und Gebäudetechnik sowie bei der Beleuchtung grosse Effizienzpotenziale. Zudem können die für die Raumwärme (z.B. ortsfeste, elektrische Widerstandsheizungen, Ölfeuerungen) und für die Warmwassererwärmung (Elektroboiler) eingesetzte Elektrizität und fossile Energie grösstenteils durch erneuerbare Energien substituiert werden.

52 Gebäudestandard MINERGIE, www.minergie.ch.