Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2012/46: Energiestrategie 2050 · 138 Seiten
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Grafik 3: Landesverbrauch inklusive bestehende Speicherpumpen 2000 bis 2050 in TWh und Deckungslücke mit dem Szenario Politische Massnahmen Bundesrat.
TWh
110
Landesverbrauch inkl. bestehende Speicherpumpen Nachfrage- Landesverbrauch inkl. bestehende Speicherpumpen Nachfrage-
entwicklung «Massnahmen Bundesrat», 2050: 68.5 TWh entwicklung «Weiter wie bisher», 2050: 77.4 TWh
100
90 Szenario «Neue Energiepolitik»,
langfristiges Ziel Bundesrat, 2050: 60.1 TWh
80
70 Einsparungen durch Massnahme Bundesrat: 8.4 TWh
60
Deckungsbedarf Nachfrageentwicklung
50 «Massnahmen Bundesrat», 2050: 32.9 TWh
40
30
20
bestehende Wasserkraftwerke bestehende Kernkraftwerke
10 bestehende fossile KW bestehende Bezugsrechte
bestehende Erneuerbare* Bruttonachfrage (inkl. Bestand Speicherpumpen)
0
2000 2005 2010 2015 2020 2025 2030 2035 2040 20452050
*) gekoppelt und ungekoppelt Hydrologisches Jahr
− Die energiebedingten CO2-Emissionen reduzieren sich im Szenario Politische
Massnahmen Bundesrat bis 2050 um 22,3 Millionen Tonnen gegenüber dem Basisjahr 2010. Dies bei einer Stromproduktion, die primär auf erneuerbare Energien setzt und fossil-thermischen Anlagen zur Ergänzung verwendet (Stromangebotsvariante C&E der Energieperspektiven). Die fossile Stromproduktion mit Gaskombikraftwerken und Wärme-Kraft-Kopplungs-Anlagen verursacht im Jahr 2050 rund 2,4 Millionen Tonnen CO2.
Mit der neuen Energiestrategie 2050 setzt der Bundesrat folgende Prioritäten:
− Energie- und Stromverbrauch senken: Der Bundesrat will den sparsamen Umgang
mit Energie im Allgemeinen und Strom im Speziellen fördern. Dies mit verstärkten Effizienzmassnahmen (vgl. Ziffer 1.3.1). Dabei steht vor allem eine Reduktion fossiler Energie im Zentrum.
− Stromangebot ausweiten: Ausgebaut werden sollen vor allem die Wasserkraft sowie
die neuen erneuerbaren Energien, deren Anteil am Strommix massiv zunehmen muss (vgl. Ziffer 1.3.2). Dazu dient in erster Linie eine optimierte Einspeisevergütung. Zur Deckung der Nachfrage braucht es aber auch einen Ausbau der fossilen Stromproduktion bei der Wärmekraftkopplung sowie Gaskombikraftwerke (vgl. Ziffer 1.3.3). Der Bundesrat hält dabei an seiner Klimapolitik fest. Der zunehmende Anteil der unregelmässigen Stromerzeugung (Wind, Sonne) erfordert den Umbau des bestehenden Kraftwerkparks mit entsprechenden Speicher- und Reservekapazitäten. Ausserdem müssen Interessenskonflikte zwischen Klima-, Gewässer- und Landschaftsschutz sowie Raumplanung konstruktiv gelöst werden (vgl. Ziffer 3.5).
− Stromimporte beibehalten: Diese sind für eine sichere Stromversorgung und den
temporären Ausgleich weiterhin nötig. Der Bundesrat ist jedoch der Ansicht, dass weiterhin eine möglichst auslandunabhängige Stromproduktion anzustreben ist. Somit wird ein Eigenversorgungsgrad ins Auge gefasst, der über den aktuell geltenden hinausgeht. Heute wird ein wesentlicher Teil der Schweizer Energieversorgung mit Strom aus französischen Kernkraftwerken gedeckt.