Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2012/93: Beiträge des Bundes an die Olympischen Winterspiele Schweiz 2022 · 52 Seiten

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Erste Einschätzungen der potenziellen Wirkungen auf Basis der vorliegenden Budgetzahlen der Machbarkeitsstudie liegen vor. Die Analysearbeiten befinden sich in einem frühen Stadium und berücksichtigen den derzeitigen Stand der Planungen. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass die wirtschaftlichen Langzeiteffekte von olympischen Winterspielen in der Schweiz grösser sein werden als jene von Grossanlässen wie der UEFA EURO 2008, der alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2003 oder der Expo 2002. Olympische Winterspiele werden weltweit wahrgenommen und faszinieren – im Gegensatz beispielsweise zu Weltmeisterschaften – nicht nur ein an einer Sportart interessiertes Publikum.

In Bezug auf die direkten und indirekten wirtschaftlichen Wirkungen von olympischen Winterspielen 2022 lassen sich folgende Aussagen für den Zeitraum 2015 bis 2022 treffen. Die totalen Ausgaben für die Kandidatur sowie für die Vorbereitung und Durchführung der Spiele belaufen sich gemäss heutigem Stand unter Berücksichtigung der Tourismusausgaben auf 4,2 bis 4,5 Milliarden Franken.

Bezogen auf die gesamte Schweiz ist mit einer Bruttowertschöpfung in der Höhe zwischen 3,8 und 4,1 Milliarden Franken und einer Beschäftigungswirkung von 30 500 bis 33 400 vollzeitäquivalenten Stellen (VZÄ) zu rechnen. Dies würde im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2022 zu einer Steigerung des Bruttoinlandporduktes (BIP) in der Höhe von 0,1% pro Jahr führen. In Graubünden resultiert daraus ein Ausgabenpotenzial (Umsätze und Investitionen) zwischen 1,87 und 2,31 Milliarden Franken. Damit wird dort eine Bruttowertschöpfung zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden sowie eine Beschäftigungswirkung zwischen 11 900 und 15 100 VZÄ erzielt. Damit verbunden ist eine durchschnittliche Steigerung des Bruttoinlandproduktes in Graubünden im Zeitraum 2015 bis 2022 zwischen 1,6 und 2 Prozent pro Jahr. Diese Zahlen verdeutlichen, dass vor allem die regionalwirtschaftlichen Auswirkungen beachtlich sind.

Im Bereich der Logiernächte rechnet die Studie gesamtschweizerisch mit zusätzlichen Logiernächten in der Höhe von 1 030 000 und 1 750 000. Im Bündnerland dürften sich die entsprechenden Zahlen zwischen 520 000 bis 975 000 bewegen.

Die Studie befasst sich derzeit mit der Analyse weiterer potenzieller wirtschaftlicher Effekte, die über die unmittelbaren Wirkungen der Budgets und des Tourismus hinausgehen. Diese werden im Schussbericht, der Ende 2012 zur Verfügung steht, enthalten sein.

Der Schweizer Alpenraum besitzt ausgeprägte Voraussetzungen, um sich im Winter touristisch nachhaltig weiter zu entwickeln. Der Wintertourismus hat in der Schweiz dank den hochgelegenen Destinationen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenzdestinationen aus dem umliegenden Ausland. Entscheidende Standortfaktoren sind zudem das Destinationsimage, die Attraktivität der Schneesportangebote, die Service- und Qualitätsstandards sowie der Ausbaustandard tourismusrelevanter Infrastrukturen (u.a. auch der Transport-Infrastrukturen).

Dank der globalen Ausstrahlung kann der wichtige weltweite Sportanlass zudem Impulse bei der verstärkten Erschliessung des globalen touristischen Wachstumspotenzials verleihen und zu einem weltweit positiven Image der Schweiz als Wintertourismusland und als Wirtschaftsstandort beitragen. Olympische Winterspiele können somit ein Ansatz sein, um die Standortqualitäten des Tourismuslandes Schweiz in diesen Themenfeldern zu stärken.